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16 Jul
Ein Kampf gegen den Zwang zum Kämpfen
Veröffentlicht unter: Zwangsversklavung- Wehrpflicht-von: ohmannohjens
(eingestellt von ohmannohjens)
AG Friedensforschung an der Universität Kassel
Quellennachweis und Auszug:
http://www.uni-kassel.de/fb5/frieden/themen/Wehrpflicht-Zivildienst/50jahre-kdv.html
Von Markus Drescher
Jeder Kriegsdienstverweigerer, dem nach der ohnehin schon ENTWÜRDIGENDEN MUSTERUNG die Praxis der »Gewissensprüfung« vor einem Ausschuss der Wehrbehörde erspart blieb, ist der Zentralstelle KDV zu Dank verpflichtet. Auch wenn die meisten Betroffenen gar nicht wissen dürften, dass es vor allem der unermüdliche Kampf der Zentralstelle war, der zur Abschaffung der »unerträglichen Verfahren« geführt hat, wie sie deren langjähriger Präsident Ulrich Finkh, bezeichnet.
Ablehnung heute alltäglich
In den 50er Jahren betrug der Verweigereranteil an den Gemusterten gerade einmal 4,3 Prozent. Heute ist es knapp die Hälfte. Nach jahrzehntelanger Diffamierung von Verweigerern ist heute eine Ablehnung des Kriegsdenstes alltäglich. Für den Geschäftsführer der Zentralstelle, Peter Tobiassen, ist der Wandel auch ein Verdienst seiner Organisation. »Die Arbeit der Zentralstelle KDV in den letzten 50 Jahren hat ganz wesentlich dazu beigetragen, dass Verweigerung des Dienstes für den Krieg gesellschaftliche Normalität geworden ist.«
Zitat:
“Es sollten sich endlich ALLE Männer dieser staatlich verordneten Zwangs- Versklavung wiedersetzen. Ihr Leben nicht in die Hände von den Mächtigen legen, es wird per Befehl zerquetscht werden, wenn sie meinen, es wäre für ihre Belange notwendig. Menschenwürde und das Recht auf Leben wird bei dem “Schlachtvieh”- Musterungsbescheid erzwungermaßen abgeben. Ein sehr demokratisches Verhalten, was für mich eher an eine diktartorische Machtausübung erinnert.”
Kritik übt die Präsidentin der Zentralstelle, hannoverische Landesbischöfin Margot Käßmann, daran, dass mit der steigenden Zahl der Verweigerer eine zunehmende Ungerechtigkeit bei der Einberufung zum Wehr- und Zivildienst einhergeht. So würden jährlich rund 85 000 junge Männer zum Zivildienst, aber nur etwa 60 000 zum Wehrdienst einberufen. Diese Praxis sei nach dem Gleichbehandlungsgebot des Grundgesetzes unzulässig.
Für Käßmann entstehe eine Gewissensentscheidung für oder wider den Dienst an der Waffe überhaupt erst durch die Wehrpflicht. Deshalb würde eine Abschaffung der Wehrpflicht und des Entscheidungszwangs die Gewissensfreiheit von Kriegsdienstverweigerern am besten garantieren. Aus diesem Grund will sich die Zentralstelle KDV auch weiterhin für ein Ende der Wehrpflicht einsetzen. Gleichzeitig würde der Zivildienst wegfallen, ohne den zur Zeit in allen Teilen des sozialen Bereichs eine zuverlässige Versorgung von Hilfsbedürftigen undenkbar ist. Anstatt als Ersatz für den Zivildienst Pflichtdienste einzuführen, plädiert Käßmann dafür, schon jetzt Freiwilligendienste wie das Freiwillige Soziale Jahr zu fördern und auszubauen.




