Wird es bald möglich sein, durch einen Urintest dem Prostatakrebs auf die Schliche zu kommen?

**********************************************************

***********************************

****************************

Cambridge – Die Flut der genomweiten Assoziationsstudien (GWAS) hat erstmals zur Entwicklung eines diagnostischen Tests geführt. In PLoS ONE (2010; 5: e13363) stellen britische Forscher einen möglichen Urintest zur Diagnose des Prostatakarzinoms vor. Zwei GWAS hatten gezeigt, dass die Genvariante (SNP) rs10993994 auf dem Chromosom 10q mit einem erhöhten Risiko auf ein Prostatakarzinom assoziiert ist (Nature Genetics 2008; 40: 310-315 und 316-321). Die SNP ist mit einer Prävalenz von 30 bis 40 Prozent aller Europäer hoch. Sie befindet sich in im Promoter eines Gen, das die Bildung von Microseminoprotein-beta (MSMB) kodiert. MSMB reguliert die Apoptose, die planmäßige Selbstzerstörung von potenziellen Krebszellen. Eine verminderte Bildung von MSMB zeigt deshalb ein erhöhtes Krebsrisiko ab. MSMB ist nach dem prostata-spezifischen Antigen (PSA) das zweithäufigste Protein in der Samenflüssigkeit. Es ist auch im Urin nachweisbar und ein Harntest könnte deshalb anzeigen, welche Männer ein erhöhtes Risiko auf ein Prostatakarzinom haben. Da MSMB anders als PSA nicht durch die Größe der Prostata beeinflusst wird, sind falsch positive Befunde durch eine benigne Prostatahyperplasie nicht zu befürchten. Das sind gute Voraussetzungen für einen neuen Diagnosetest beim Prostatakarzinom. Doch die jetzt von Hayley Whitaker vom Cambridge Research Institute vorgestellten ersten klinischen Daten dürften Urologen vorerst nicht überzeugen. Die Forscher haben retrospektiv die Urinkonzentration bei 304 Männern bestimmt, darunter waren 89 Patienten mit Prostatakarzinom. Sie fanden eine Korrelation zwischen verminderten MSMB-Werten und einer Diagnose. Sensitivität und Spezifität waren besser als bei der PSA-Konzentration im Harn. Der Serum-PSA-Wert, also der heute übliche PSA-Test, war dem MSMB-Harntest allerdings doch überlegen. Immerhin: Es gab eine Korrelation zum Gleason-Score,(vom amerikanischen Pathologen Donald F. Gleason entwickelt , sie dient der histologischen- feingeweblichen Beurteilung des Prostatakrebes), der die Aggressivität des Karzinoms in der Gewebeprobe bestimmt. Falsch positive Befunde aufgrund einer vergrößerten Prostata sind auch deshalb unwahrscheinlich, da diese zu steigenden MSMB-Werten führen müsste, während beim Karzinom die MSMB-Werte abfallen

. ********************************************************

*********************************

**********************

Prostatakarzinom: eine bösartige Tumorerkrankung Prostatahyperplasie: Unter einer gutartigen Prostatavergrößerung – auch benigne Prostatahyperplasie genannt (BPH = gutartiges Prostata-Syndrom, BPS) – verstehen Mediziner das altersbedingte und gutartige Wachstum der Vorsteherdrüse – Prostata. Es setzt etwa ab dem 30. Lebensjahr ein. Gleason-Score: vom amerikanischen Pathologen Donald F. Gleason entwickelt , sie dient der histologischen- feingeweblichen Beurteilung des Prostatakrebes Korrelation: Häufig benutzt man sie, um einen Hinweis darauf zu bekommen, ob zwei statistische Größen ursächlich miteinander zusammenhängen. Das funktioniert immer dann besonders gut, wenn beide Größen durch eine „Je … desto“-Beziehung miteinander zusammenhängen und eine der Größen nur von der anderen Größe abhängt.

HOME: http://www.auxiliaris.org/

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.