Spiel mir das Lied vom Krieg

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(eingestellt:ohmannohjens)

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Sengen, brennen, schießen, stechen, Schädel spalten, Rippen brechen, spionieren, requirieren, patrouillieren, exerzieren, fluchen, bluten, hungern, frieren… So lebt der edle Kriegerstand, die Flinte in der linken Hand, das Messer in der rechten Hand – mit Gott, mit Gott, mit Gott, mit Gott für König und Vaterland.

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Aus dem Bett von Lehm und Jauche zur Attacke auf dem Bauche! Trommelfeuer – Handgranaten – Wunden – Leichen – Heldentaten – bravo, tapfere Soldaten! So lebt der edle Kriegerstand, das Eisenkreuz am Preußenband, die Tapferkeit am Bayernband, mit Gott, mit Gott, mit Gott, mit Gott für König und Vaterland. * Stillgestanden! Hoch die Beine! Augen gradeaus, ihr Schweine! Visitiert und schlecht befunden. Keinen Urlaub. Angebunden. Strafdienst extra sieben Stunden. So lebt der edle Kriegerstand. Jawohl, Herr Oberleutenant! Und zu Befehl, Herr Leutenant! Mit Gott, mit Gott, mit Gott, mit Gott für König und Vaterland.

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Vorwärts mit Tabak und Kümmel! Bajonette. Schlachtgetümmel. Vorwärts! Sterben oder Siegen! Deutscher kennt kein Unterkriegen. Knochen splittern, Fetzen fliegen. So lebt der edle Kriegerstand. Der Schweiß tropft in den Grabenrand, das Blut tropft in den Straßenrand, mit Gott, mit Gott, mit Gott, mit Gott für König und Vaterland. * Angeschossen – hochgeschmissen – Bauch und Därme aufgerissen. Rote Häuser – blauer Äther – Teufel! Alle heiligen Väter!… Mutter! Mutter!! Sanitäter!!! So stirbt der edle Kriegerstand, in Stiefel, Maul und Ohren Sand und auf das Grab drei Schippen Sand – mit Gott, mit Gott, mit Gott, mit Gott für König und Vaterland. * Erich Mühsam 1878-1934

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Es ist Krieg! Es ist Krieg! Oh Gottes Engel wehre, Und rede du darein! Es ist leider Krieg- und ich begehre NICHT SCHULD DARAN ZU SEIN!! * Was sollt ich machen, wenn im Schlaf mit Grämen Und blutig, bleich und blaß, die Geister der Erschlagnen zu mir kämen, und vor mir weinten, was? * Wenn wackere Männer, die sich Ehre suchten, verstümmelt und halb tot im Staub sich vor mir wälzten, und mir fluchten in ihrer Todesnot? * Wenn tausend tausend Väter, Mütter, Bräute, so glücklich vor dem Krieg, nun alle elend, alle arme Leute, Wehklagten über mich? * Wenn Hunger, böse Seuchen und ihre Nöten Freund, Freund und Feind ins Grab Versammelten, und mir zu Ehren krähten Von einer Leich herab? * Was hilft mir Krone und Land und Gold und Ehre? Die könnten mich nicht freuen! Es ist leider Krieg-  und ich begehre NICHT SCHULD DARAN ZU SEIN!! * Matthias Claudius  1740- 1815

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04.02.11

Die Narben des Krieges

Die Versehrten aus Afghanistan tauchen in der Öffentlichkeit nicht auf. Hier zeigen sich fünf von ihnen und erzählen ihre Geschichte. Michael Ebersoldt, 25 Jahre, Zweibrücken Ich wollte schon als Kind zur Bundeswehr . Die Waffen, die Autos, die Flugzeuge haben mich fasziniert. Mein Stiefvater war auch bei der Bundeswehr. Ich wollte Kampfjetpilot werden. Mit 13 bekam ich die Brille, und der Traum war geplatzt. Verpflichtet habe ich mich trotzdem, 2007 für vier Jahre. * http://www.zeit.de/2011/06/Afghanistan-Soldaten *

Kevin H., 25 Jahre, Freiburg, zur zeit in Afghanistan

Das Erste, was ich wahrgenommen hab, war eine Detonation und im Rückspiegel ein helles Blitzen. Scheiße, hab ich gerufen. Hab Vollgas gegeben, dann sah ich in meinem rechten Augenwinkel noch einen Blitz. Ich hab eine Druckwelle gespürt, es wurde heiß und stank verbrannt. Ich saß in meinem Sitz und habe auf den Film gewartet, in dem mein Leben noch mal an mir vorbeizieht. Aber der Film kam nicht. Mein linkes Auge konnte ich nicht öffnen, meine rechte Hand kaum bewegen. Ich dachte: Irgendein großer Scheiß ist jetzt passiert, aber ich lebe noch.

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http://www.zeit.de/2011/06/Afghanistan-Soldaten?page=2

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Jan Meißner, 21 Jahre, Bad Salzungen

Ich bin ein guter Panzerfaustschütze, das habe ich gleich gemerkt, als ich mit der Waffe zum ersten Mal schoss. Ich kann das besser als andere. Wir waren im Schützenpanzer auf Patrouille unterwegs. Ein silbergrauer Toyota kam von vorn, wir wollten links vorbei. Dann knallte es, Flammen drangen in unseren Panzer ein, die Türen hatte es weggehauen. Zuerst habe ich alle Namen der fünf Kameraden gerufen, um zu hören, ob sie noch leben. Dann den Zug kontaktiert, Funkgerät war kaputt, Hände kontrolliert, Beine kontrolliert, alles dran. Man funktioniert dann sehr militärisch.

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http://www.zeit.de/2011/06/Afghanistan-Soldaten?page=3

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Markus P., 31 Jahre, Ulm

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Der, der auf mich geschossen hat, lebt nicht mehr. Er hatte kurz aus der Deckung geguckt, um nachzusehen, wen er getroffen hat. Da hat ihn unser Panzerkommandant erwischt. Ich denke mir: Die arme Sau, warum kämpft er für die Taliban? Die meisten sind doch arme Leute, die gar nicht wissen, wozu sie in den Krieg ziehen. An dem Tag, als er starb, lag ich abends wach. Ich dachte daran, wie viele Familienmitglieder jetzt um ihn trauern. Und dass sie uns jetzt noch mehr hassen würden. Ich bin doch deutscher Sanitäter, dachte ich, einer von den Guten. Mit 15, 16 war ich bei der Wasserwacht, ehrenamtlich. »Markus, geh doch zum Bund, da biste richtig, da kannste Blaulicht fahren«, sagte ein Freund, der auch dort war. Dann hab ich das gemacht. Das war 1999.

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http://www.zeit.de/2011/06/Afghanistan-Soldaten?page=4

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Dennis Güllner*, 24 Jahre, Seedorf

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Name geändert Geschossen wurde am anderen Ende unseres Zuges, wir haben uns zu Fuß dorthin gekämpft. Auf dem Weg hab ich den ersten Toten gesehen. Ganz vorne lagen drei, vier Mann im Gras und schossen, einen davon hatte es an den Beinen erwischt. Den mussten wir rausholen. In der Ausbildung lernt man das, aber wenn die Kugeln fliegen, ist es so schwer. Ich dachte: Die nächste Kugel ist deine. Aber es hat funktioniert. Wir haben den Verletzten nach hinten geschleppt. Unsere Fahrzeuge waren unser Schutz, dahinter duckten wir uns. Wir haben gefeuert, was ging. Alles rausgehauen, was wir hatten. Der Verletzte bekam Beruhigungsmittel. Er dachte, er würde sterben. »Sag meiner Frau, dass ich sie liebe«, sagte er mir. »Das sagst du ihr schön selber«, antwortete ich. Wir packten ihn auf eine Trage und trugen ihn aus der Gefahrenzone. Wir waren schon fast in Sicherheit, als eine Bombe hochging. Ferngezündet. Mich hat es nach vorne weggedrückt, meterweit bin ich geflogen. Einer von uns war sofort tot, ein Zweiter starb kurz darauf. Sie waren beide Kameraden, ich kannte sie seit drei Jahren. Was soll ich dazu sagen? Ich hab überlebt. Die Fragen kamen danach: Warum musstest du dorthin? Ich glaube, es war Schicksal. Es wird zu irgendetwas gut sein.

 

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http://www.zeit.de/2011/06/Afghanistan-Soldaten?page=5

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Adolph von Menzel- Drei gefallene Soldaten, 1866 Am 16. Juli 1866 reiste Adolph von Menzel in das Gebiet des preußisch-österreichischen Krieges. Er besuchte Lazarette und zeichnete voller Mitgefühl tödlich verwundete, sterbende und tote Soldaten, Dokumente des Krieges, Dokumente des Schreckens und des sinnlosen Sterbens……

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"Gefallenlesen wir auf den Denkmälern zum Ersten Weltkrieg.

"Gefallen" lesen wir auf den Denkmälern des Zweiten Weltkrieges und nur

"Gefallen" wird auch heute noch- wie wir es von Guttenberg und Co lesen und hören können.

Warun "fallen" sie nicht, für das Wohl ihre(s)r Volk(e)s- wirtschaft.

Kein Gefallen am Fallen- trotz  ausfallend schönen "Helden"medalien, auffallend prachtvollen Ehrenmale und sehr gefallenden  staatliche Trauerreden!?

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Genauer wäre:

"drei abgeschlachtete,

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ermordete,

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sinnlos gestorne Männer…

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……"oder "drei tote Soldaten".

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"Wer hat sich nur das Wort "GEFALLEN" ausgedacht…? Das könnte den Kriegstreibern so gefallen, dass uns dieses absurde Wort "gefällt". Inga Schnekenburger 2003

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Und es hat sich nichts, aber auch gar nichts geändert- man/n darf weiter sinnlos zum Fallen verwendet werden. Alles sachbezogene und verharmlosende Worte, die den wahren Wert das Mannes für den Staat darlegen.Und solange das unser, doch so um das Wohl seiner Sklaven besorgter, gutter Kriegsminstister, nicht ändert, solange werde ich ihn als einen Superstar der staatlichen Märchenerzählers bezeichnen. Ist er nicht als bester Freund  der USA, von allen deutschen Politiker und Politikinnen bezeichnet wurden- auf den sie sich hundertprozentig verlassen kann…..warum wohl?…. Hat er sich je für die Absetzung der entwürdigenden, menschenverachtenden  Musterungen eingesetzt. Sie werden garantiert, den "Freiwilligen", die sich für den Fall- "beruf" abrichten lassen, ohne Einschränkungen weiter angenitailisiert….

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H O M E: http://www.auxiliaris.org/

 

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