Schlachtviehuntersuchungen und militärische Sklavenaufbereitung als Volksbelustigung

 

Quellenachweis:

http://www.farang.de/Magazin/online/05-2009/musterung-in-ubon.HTML

So läuft die Musterung in Ubon

Am 10. April sind wir mal wieder unterwegs in den Isaan. Der Grund ist diesmal die Musterung von unserem Sohn Ton, welche am 11. April, einen Tag vor Songkran, stattfinden soll. Der Reiseverkehr in den Isaan fand leider auch am 10. April statt. Das war dann auch schon heftig, so Stoßstange an Stoßstange sozusagen auf Augenhöhe mit all den Thais auf der Piste. Kurz, nach dem wir auf dem Highway 1 in Richtung Saraburi fuhren, kam plötzlich hinter unserem Auto ein Polizeifahrzeug mit Blau-Rotlicht. Da hieß es nischt wie zur Seite, und vorbei raste eine Kolonne mit ca. 15 Fahrzeugen offensichtlich Regierungsfahrzeuge. So 150 bis 160 km/h hatten die drauf. Na dann, so dachte ich mir, besser geht es nicht und nix wie hinten dran gehängt. Ach war das entspanntes Autofahren, so mit 160 km/h an all den Thais vorbei.

In Korat, nach 400 km war dann Schluss, und nun ging es auf der Strasse 24 mit Gegenverkehr weiter Richtung Ubon Ratchathani. So waren wir nach acht Stunden am Ziel. Ich hatte mit mindestens 10 Stunden gerechnet. Wie immer erst zur Familie und dann aber schnell in das uns bekannte Apartment-Hotel. Am nächsten Tag war ja die Musterung von Ton. Also, am 11. April, 6 Uhr aufstehen und antreten. Zur allgemeinen Freude hat es geregnet, na ja, es hat stundenlang geschüttet. 

Vor dem Amphore standen Hunderte von Familien mit ihren Söhnen im Regen und warteten geduldig auf Einlass. Als dann der Farang (Winny) auftauchte waren doch alle erstaunt: lauter fragende Gesichter, was der wohl hier zu suchen hat. Ich bin auch gleich durchmarschiert, war ja nicht auf Regen eingestellt, Frau und Sohnemann hinterher und ohne Probleme ins Trockene. Anschließend ging das lange Warten los. Ich habe mich erstmal um eine Erlaubnis bemüht, ein paar Fotos zu machen zu dürfen. Das wurde erstmal strikt abgelehnt, von der Militärpolizei. Na gut dachte ich mir, is halt nischt. Schade!

 

Nun muss man sich das nicht wie in Deutschland vorstellen, hier ist das total anders. So Datenschutz oder Intimsphäre kennt man hier nicht. Die ganze Prozedur lief in einer riesigen Halle ab. An den Seiten waren Stühle aufgestellt, wo einige auserwählte Familien dem Prozedere beiwohnen durften, auch wir hatten dieses Privileg erhalten. 

 

 

 Nun wurden die Jungs vorsortiert.

Wer muss auf jeden Fall, wer hat irgendwelche Krankheiten, ist zu klein oder zu fett usw. Ton mit seinen ganzen Verletzungen wurde zu denen von einem Militärarzt noch zu Untersuchenden gesetzt. Daneben saßen die Transvestiten bzw. die noch nicht ganz Fertigen. Alle schön angemalt, und sie gaben ihr Bestes was Tuntenhaftigkeit anbelangt. So nahm die Sache ihren Lauf, bis plötzlich der Oberkommandierende erschien und sich mit all den Transen von einem Militärfotografen ablichten ließ.

 

 

Das ist deine Chance, Winny, dachte ich bei mir, und nix wie hin, habe gesagt, ich berichte aus Thailand für das Südostasien-Magazin FARANG aus Berlin, Deutschland. Mein Sohn sei auch unter den Anwärtern, ob ich nicht auch ein Foto machen dürfte, so wie der Militärfotograf…, und zu meinem Erstaunen kam ein OK Farang, kannst ein paar Fotos machen. So habe ich gleich losgelegt. Leider waren meine Akkus bald leer, und viele Bilder sind auch in schlechter Qualität.

Nun gibt es doch ein paar witzige, in Deutschland undenkbare Episoden zu berichten. Da waren zwei sehr fette Thai und auch ein Thai (Liliputaner, 80 cm), die wurden später freigestellt,

doch zunächst dienten sie dem Militär der allgemeinen Belustigung. So mussten die beiden Dicken Händchen haltend im Dauerlauf zwei Ehrenrunden um die dort sitzenden absolvieren (allgemeines Gelächter).

 

Später war dann Mittagessen angesagt, nur für die diensthabenden oberen Militärs. Jetzt mussten alle zu Musternde den Essenden den Rücken zeigen. Plötzlich unterbrach der Oberbefehlshaber seine Mahlzeit, kam gemütlich daher geschlendert und fragte ob sie denn Hunger hätten: Die Antwort im Chor "YES SIR!" Nun gab es ein paar Befehle, und es wurden zwei Stühle vor die auf dem Boden sitzenden Hungernden gestellt. Darauf mussten sich die beiden Dicken (vom Aussehen her Sumo-Ringer) setzen und sie bekamen den Befehl eine ordentliche Portion Reis, stellvertretend für die dort Sitzenden, zu verdrücken. Da hat zunächst keiner mehr gelacht. Ein dritter Stuhl wurde dazu gestellt, wo einer der beiden Dicken noch sein Bein drauflegen konnte, um entspannt essen zu können.

Ein weiterer Befehl kam und der Liliputaner musste sich zwischen die beiden Dicken platzieren, bekam einen Teller mit einem Riesen Berg voll Reis und musste sich von den Dicken füttern lassen, da hat die ganze Truppe gebrüllt vor Lachen.

 

 

Nun hat sich der Oberbefehlshaber wieder seinem Essen gewidmet. Nach dem er fürstlich gespeist hatte setzte er sich auf seinen Sessel in der Kommission. Die Transvestiten wurden nun nach vorn zum Oberbefehlshaber gerufen. Umgeben von den Transen, drehte er kurzerhand den Sessel, alle sahen seinen Rücken. Als interessierte ihn nun alles nicht mehr, begann er angeregt mit den Transsexuellen zu plaudern, ließ sich sogar massieren, eine rechts, eine links. Es wurden Telefonnummern ausgetauscht und viel gelacht. Das Ganze ging so 30 Minuten und dann entschloss er sich weiterzumachen. Mittlerweile war es auch schon 14 Uhr, und ich wollte auch noch zurück nach Pattaya und Ton saß da immer noch und wartete auf eine Entscheidung. Ich bin dann erstmal losmarschiert, um mit einem Militärarzt zu sprechen. Es fehlten uns diverse Unterlagen, um die Verletzungen von Ton komplett zu dokumentieren. Nach vielem hin und her, in Thai und Englisch und weil ein Deutscher nicht lügt, so seine Überzeugung, musste meine Frau an dem Gespräch teilnehmen, bekamen wir dann folgende Antwort: "Ein Jahr Aufschub, um alle Unterlagen beizubringen und dann wird erneut entschieden". Anschließend dauerte es noch über eine Stunde bis auch der Oberbefehlshaber sein Einverständnis gab und so haben wir dann hungrig aber zufrieden für den Moment diesen Ort verlassen.

Schnell noch an eine Garküche und dann zu Muttern, denn die wollte noch unbedingt zu Verwandten 100 km weiter um das Songkran-Fest zu begehen. Das konnte ich der alten Dame (83) ja nun wirklich nicht abschlagen. So sind wir los in den tiefen Isaan um ihr die Freude zu machen. Dabei erfuhr ich, dass sie ihre Verwandten schon drei Jahre nicht mehr gesehen hatte, dementsprechend happy war sie dann auch. Dort eingetroffen, war es dann auch die volle Überraschung auch für die dort völlig überraschte Verwandtschaft. Ich habe so nebenbei gleich noch ein weiteren Teil meiner Verwandtschaft kennen gelernt und ein paar Fotos geschossen vom wirklichen Leben im Isaan, bei 40 Grad im Schatten, ohne Klimaanlage, kein Supermarkt weit und breit und harte Arbeit. Das ist auch einen Bericht wert, weil manch einer von uns Farangs davon so begeistert ist, von den lieben lächelnden Thais und ihrer Genügsamkeit. Die Gastfreundlichkeit ist eine ganz andere Sache!

Die Dämmerung brach herein und es waren noch 100 km mehr bis Pattaya. Alle wollten, dass wir bleiben (nur eine Nacht), aber da habe ich meinen Kopf durchgesetzt (zum Glück, wie sich später herausstellen sollte) und gegen 19 Uhr sind wir dann los. Was zu diesem Zeitpunkt in Pattaya abging (Abbruch des Asien-Gipfels) ist uns erst in Pattaya zu Ohren gekommen. Die Rückfahrt ging auch recht flott, alle waren ja Richtung Isaan unterwegs. Eine 850 km lange Lichterkette auf der Gegenseite, ab Korat bis Bangkok Stau (400 km), das kannte ich auch noch nicht, dazu noch erneuter sintflutartiger Regen. Am nächsten Morgen so drei Uhr hatte uns Pattaya wieder. Am nächsten Tag wurde in ganz Thailand der Notstand ausgerufen. Alle Städte in Thailand waren von Militär und Polizei abgeriegelt, alle Straßen gesperrt, wegen der Unruhen. Dieser Zustand dauerte zwar nur 24 Stunden (zum Glück), und wir alle waren froh zu Hause zu sein, im wunderbaren verruchten Seebad Pattaya. 

Text und Fotos exclusiv für FARANG: W. Sibert

 

 

Quelle:http://www.wochenblitz.com/nachrichten/23651-ohnmachtsanfall-bei-musterung.html:

Ohnmachtsanfall bei Musterung

 

RATCHABURI – Wie in Thailand üblich müssen für den Armeedienst taugliche Männer ein Los ziehen das über die nächsten zwei Jahre ihres Lebens entscheiden wird. Ein schwarzes Los bedeutet Befreiung vom Armeedienst, ein rotes Los bedeutet in der Regel zwei Jahre Dienst. Einem künftigen Soldaten war diese Prozedur zu viel.

 

alt

 

An der Musterung die im Wat Chotitay Kanram in der Provinz Ratchaburi durchgeführt wurde, brach ein junger Mann zusammen, nachdem er ein rotes Los gezogen hatte. Der Mann musste darauf in einem Hospital behandelt werden. Ob der Zusammenbruch die Folge vor lauter Freude oder aus Frust war, ist unklar. Dass er ein schwarzes Hemd an der Musterung trug verrät vielleicht, dass er lieber Besitzer eines schwarzen Loses geworden wäre.

 

 

 

   Bescheinigung zur Vorlage auf Verschiebung der Musterung zum Wehrdienst

 

  1. Wehrpflicht

     

     

    Wehrpflichtig sind alle Männer vom vollendeten 21. Lebensjahr an, die die thailändische Staatsbürgerschaft besitzen.

    Die Wehrpflicht erlischt oder ruht nicht, wenn Wehrpflichtige ihren ständigen Aufenthalt aus Thailand hinausverlegen.

    Der Wehrdienst kann freiwillig geleistet werden.

     

  2. Musterungsverfahren

     

    2.1
    Alle Männer haben nach Vollendung des 17. Lebensjahres die Pflicht, sich in das Einberufungsverzeichnis eintragen zu lassen. Dies können sie mit Vorlage der Geburtsurkunde bzw. des Personalausweises und Hausregisters beim Kreiswehrersatzbeamten des Heimatortes in Thailand, wo sie angemeldet sind, vornehmen. Falls sie nicht persönlich erscheinen können, können sie eine Vollmacht an eine volljährige Person erteilen.

    Versäumen sie diese Eintragung bzw. Meldung, werden sie als "meldungsverweigert" eingestuft.

    2.2
    Nach Vollendung des 21. Lebensjahres müssen sie sich einer Musterung zum Wehrdienst unterziehen. Diese findet im Heimatort statt, in dem sie angemeldet sind.

    Für Männer, die sich im Studium oder in der Ausbildung befinden, können ausnahmweise eine Verschiebung der Musterung beantragen. Dies gilt auch für Schüler und Studenten mit thailändischer Staatsbürgerschaft in Deutschland.

    Aus anderswertigen Gründen ist kein Antrag auf Verschiebung der Musterung möglich.

  3. Antrag auf Verschiebung der Musterung zum Wehrdienst

     

    Der Antrag ist beim Wehrdienstersatzbeamten im Heimatort, wo Wehrpflichtige angemeldet sind, persönlich abzugeben, wobei die folgenden Unterlagen vorgelegt werden müssen (Falls sie nicht perönlich erscheinen können, können sie zum Zweck der Antragsabgabe eine Vollmacht an eine volljährige Person erteilen.):

     

    • eine originale Bescheinigung der Bildungsstätte (Schule, Berufsschule, Hochschule etc.), die unbedingt folgende Angaben enthalten muss

       

       

      • persönliche Angaben
      • Schulfach bzw. Beruf/Bildungsfach bzw. Studienfach
      • Schulklasse bzw. Bildungsjahr bzw. Studienjahr
      • Beginn der Schule/der Ausbildung/des Studiums
      • Voraussichtlichen Termin für die Beendigung der Schule/der Ausbildung/des Studiums

      Ist diese Bescheinigung in deutscher Sprache, muss sie von einem vom Landgericht bevollmächtigten Übersetzer ins Thailändische übersetzt werden. Ist sie in englischer Sprache, ist keine Übersetzung erforderlich.

    • Fotokopien des Einberufungsbescheids (SorDor. 9) und des Musterungsbescheids (SorDor. 35) (falls vorhanden)
    • Fotokopie des thailändischen Hausregisters
    • Fotokopie des thailändischen Personalausweises (falls vorhanden)
    • Fotokopie des Reisepasses und
    • eine Bescheinigung vom Generalkonsulat in Frankfurt am Main

       

      Diese "konsularische" Bescheinigung ist wie folgt zu beantragen.

       

      Antragsformular (PDF-Format)

      Der Antrag ist beim Generalkonsulat persönlich abzugeben, und folgende Unterlagen müssen hierzu vorgelegt werden:

      • die oben genannte Bescheinigung der Bildungsstätte (Schule, Berufsschule, Hochschule etc.) mit den oben genannten Angaben und Übersetzung.
      • 2 Fotokopien des Reisepasses (Seiten mit Lichtbild und Änderungen)
      • 2 Fotokopien des thailändischen Hausregisters oder Personalausweises
      • Die Gebühr beträgt 15,- Euro und ist in BAR zu entrichten.

     

  4. Musterung nach Beendigung der Ausbildung

     

     

    Nach Beendigung der Ausbildung bzw. des Studium müssen sich Wehrpflichtige dementsprechend zum nächstmöglichen Termin einer Musterung zum Wehrdienst im Heimatort unterziehen.

    Weitere Informationen sind erhältlich beim

    Office of the Army Attache
    Königlich Thailändische Botschaft in Berlin
    Lepsiusstr. 64-66
    12163 Berlin
    Tel. 030-79481 314
    Fax 030-79481 422       

 

 

Das dritte Geschlecht:

Ladyboys werden im thailändischen Militär ab sofort nicht mehr als geistesgestört abgestempelt. Vielmehr wird die Armee für Transsexuelle eine „Dritte Kategorie“ einführen. In Thailand muss sich jeder Mann ab 21 zur Musterung beim Militär melden. Gegenwärtig werden Katoeys, wie Ladyboys in Thailand auch genannt werden, wegen „Geistesgestörtheit“ abgelehnt.
Schwule Bürgerrechtsbewegungen klagen seit Jahren, dass diese Einstufung bei der Musterung die Ladyboys ihr ganzes Leben verfolgt, vor allem wenn sie sich mit dem Armeezeugnis um eine Arbeitsstelle bewerben oder einen Bankkredit beantragen.
Generalleutnant General Somkiat Suthivaiyakij, der Leiter der Reserveabteilung beim Verteidigungsministerium sagte, dass die Armee mit sofortiger Wirkung auf die Einstufung als geistesgestört verzichten werde und statt dessen ein neues Wort für diese „dritte Kategorie“ finden wolle. Derzeit suche man nach einem Wort, das für Transsexuelle nicht diskriminierend sei.
Bis das Militär sich entschieden hat, wie die neue Kategorie zu nennen ist, wird man die transsexuellen Rekruten mit der Begründung ablehnen, sie litten an einer Krankheit, die nicht innerhalb von 30 Tagen zu behandeln sei.

„Das ist aber nur eine vorübergehende Lösung, bis das Verteidigungs- und das Innenministerium eine bessere Vokabel gefunden haben,“ sagte Somkit.

Um wirklich in die „dritte Kategorie“ zu fallen, müssen Ladyboys in Thailand sich alle drei Jahre bei der Armee melden und nachweisen, dass sie wirklich als Frauen leben. Die Musterung findet in Thailand jedes Jahr im April statt. Ladyboys stellen dabei weniger als 1 Prozent der Rekruten.

 

 

Quelle:http://www.der-farang.com/?article=2004/10/gunther:

 

Geduld ist eine wichtige Tugend

 

Über den Zeitbegriff der Thais und die Musterung junger Männer

Von Günther Ruffert

Die Menschen im Isaan haben einen wesentlich anderen Zeitbegriff als wir Ausländer. Mit unserer Auffassung „Zeit ist Geld“ können sie wenig anfangen. Vor allem auf dem Land – woher ja fast alle Thais stammen, mit denen man als Tourist zu tun hat – ist Zeit im Überfluss vorhanden, wogegen Geld mehr als knapp ist.

Man darf sich also nicht wundern, wenn Zeitangaben, die Thais machen, nicht unbedingt wörtlich zu verstehen sind. Die Zusicherung „in ein bis zwei Stunden“ bedeutet oft „irgendwann im Laufe des Tages“, und „morgen“ heisst nicht etwa am nächsten Tag, sondern an irgend einem der nächsten Tage.

Planung und Vorausdenken sind nicht so wichtig wie in der Gegenwart zu leben. Es spielt keine Rolle, ob ein Bus in fünf Minuten oder später abfährt. Geduld ist eine der wichtigsten Tugenden. Was sich hier und jetzt abspielt, ist von grösserer Bedeutung als ein imaginäres Ziel in der Zukunft. Unsere Ungeduld, wenn wir über die angegebene Zeit hinaus auf etwas warten müssen, können Thais deshalb nicht verstehen.

Erst recht können sie nicht verstehen – und sind vielleicht sogar beleidigt -, wenn ein ungeduldiger Farang etwa anfängt zu schimpfen oder sich zu beschweren. Über wartende Farangs, die auf Biegen und Brechen auf die Einhaltung eines angegebenen Termins beharren, kann man sich bestenfalls nur amüsieren. Sie verlieren nicht nur die Fassung, sondern auch ihr Gesicht. Wenn man etwas erreichen will, verhandelt man besser geduldig mit einem Lächeln im Gesicht und ohne Rücksicht auf die Zeit.

Eine rühmliche Ausnahme vom weitherzigen Umgang mit der Zeit sind allerdings die meisten öffentlichen Verkehrsmittel im Land. Die Überlandbusse von den verschiedenen zentralen Busbahnhöfen in Bangkok und in den grossen Städten fahren in der Regel pünktlich zur fahrplanmässigen Zeit ab, und sowohl Züge als auch Flüge haben in der Regel nicht mehr Verspätung als bei uns auch.

• • •

Für die jungen Männer im Isaan gilt die allgemeine Wehrpflicht, das heisst, mit 20 müssen sie alle zur Musterung antreten. Da aber nur ein Teil der Wehrpflichtigen gebraucht wird, werden diejenigen, die tatsächlich ihre zwei Jahre abzudienen haben, im Losverfahren ermittelt. Das geht dann so vor sich:
 
Eines Tages erfahre ich, dass am nächsten Tag allgemein nicht gearbeitet wird, weil die Musterung der jungen Männer ansteht. Am nächsten Morgen fahren wir also mit vollbesetztem Pick-up ins Nachbardorf, wo in der offenen Versammlungshalle der Schule die Musterung und Auslosung für unseren Tambon stattfindet. In der Halle sitzt an einer Reihe von Tischen die Musterungskommission. Vor der Halle stehen in mehreren Reihen, nach Dörfern getrennt, die jungen Männer, barfuss, ohne Hemd und nur mit einer Hose bekleidet. Um die offene Halle herum steht in mehreren Reihen die halbe Bevölkerung des Bezirks, vor allem Frauen und Mädchen, und schaut der ganzen Prozedur nicht nur interessiert zu, sondern beteiligt sich auch mit lauten Zurufen und begeistertem Geklatsche, wenn wieder einmal jemand beim Auslosen Glück gehabt hat.
 
Einer nach dem anderen treten nun die jungen Männer vor die Musterungskommission, werden zunächst registriert und bekommen eine Nummer. Dann geht es weiter zur ärztlichen Tauglichkeitsuntersuchung. Der Musterungskandidat wird gemessen, gewogen und gefragt, ob er irgendwelche Krankheiten hat. Hat er hier bestanden, setzt er sich zu den schon in langer Reihe auf dem Boden der Halle hockenden Kollegen und wartet auf die Auslosung.
 
Alle Nummern werden in eine Trommel geworfen, dann wird jeweils eine Nummer gezogen und vorgelesen, deren Inhaber von der Wehrpflicht befreit ist. Das ganze um die Halle stehende Volk verfolgt die Auslosung und jedesmal, wenn ein Familienmitglied oder Bekannter ein Freilos gezogen hat, erhebt sich lautes Jubelgeschrei.
 
Vor der Halle und auf dem Schulhof ist ein richtiger Markt mit Verkaufsbuden und offenen Garküchen aufgestellt. Hier herrscht den ganzen Tag über, denn so lange dauert die Angelegenheit, reger Betrieb. Es kommt ein Dorf nach dem anderen an die Reihe und jedesmal, wenn ein Dorf fertig ist, hocken sich die glücklichen Gewinner mit ihren Freunden vor die Theken und müssen dann auf die Gunst des Schicksals einen ausgeben.
 
Am Nachmittag hat die Stimmung einen solchen Höhepunkt erreicht und die Freilosgewinner ihr Glück sowie die Pechvögel ihren Kummer soweit begossen, dass die in erheblicher Stärke anwesende Polizei alle Hände voll zu tun hat, um Streitigkeiten zu schlichten.
 
Noch ein interessanter Aspekt ist zu erwähnen. Wer ein Freilos gezogen hat, kann dies an einen der nicht so glücklichen Kollegen verkaufen und an dessen Stelle die zwei Jahre abdienen. Wer sich so seine Freiheit erkaufen will, muss dafür natürlich eine schöne Summe blechen, und es gibt eine regelrechte Börse, wo Freiplätze angeboten und verkauft werden. 
 
 
 
 

4 Gedanken zu “Schlachtviehuntersuchungen und militärische Sklavenaufbereitung als Volksbelustigung

  1. I'm not sure where you're getting your info, but great topic. I needs to spend some time learning more or understanding more. Thanks for fantastic information I was looking for this information for my mission.

  2. “ So Datenschutz oder Intimsphäre kennt man hier nicht.“

    Immer, wenn man glaubt, schon alles mal gehört zu haben, wird man eines Besseren belehrt. Oder ist das doch gekonnte Satire?

    • Es ist leider keine Satire, sondern diese öffentliche Zuschaustellung der Kriegsware Mann entspricht der Wahrheit. Ich habe noch einige Informationen über diesen militärischen Sklavenmarkt eingestellt.

      Das wäre doch auch etwas für die deutsche Wehrmacht. Sie sollte allerdings, wie gewohnt, ihre Kriegsopfer in ihrer ganzen nackten Entwertung als Mensch, dem Publikum vorführen. Und natürlich entsprechende Eintrittsgelder verlangen. Ebenso würden sich für die Schlachthofbetreiber, die zum Verkauf stehenden Verbreitsungsrechte für die Medien gut bis bestens auszahlen….Orte der Veranstaltungen: Freizeitsparks oder Sportarenen……Ein ganz neuer Industriezweig würde dadurch ganz bestimmt entstehen?! Als billig- Lohn-Personal könnten die entlassenen Schlecker- Frauen Verwendung finden…..

      http://www.auxiliaris.org/wp-content/uploads/2012/06/musterungsgeschäft.gif

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.