2.Man/n ist immer der Täter- auch wenn man/n unschuldig ist!!!

 

http://www.wiedenroth-karikatur./02_WirtKari101220_Justiz_Vergewaltigung_Vorwurf_Existenzvernichtung_Assange_Kachelmann_Sexualkunde_Erziehung_Aufklaerung_Rechtssicherheit.html

 

23. September 2010

Fünf Jahre unschuldig hinter Gittern?

Das Gerichtsverfahren des zu mehr zwölf Jahren Haft verurteilten Ralf Witte muss neu aufgerollt werden, entschied das Landgericht Lüneburg am 24. November 2009. Fünf Jahre hatte Witte bereits wegen Vergewaltigung im Gefängnis Sehnde bei Hannover gesessen – möglicherweise völlig unschuldig. Wie Panorama bereits am 25. Juni 2009 berichtete, hatte die Staatsanwaltschaft entlastendes Material jahrelang verschwiegen, eine Tatsache, die jetzt zur Wiederaufnahme des Verfahrens geführt hat. Der damals zuständige Staatsanwalt hatte im ersten Verfahren gegen Ralf Witte Aussagen der Hauptbelastungszeugin zurückgehalten, die ihre Glaubwürdigkeit "auf das Schwerste erschüttern", so das Landgericht Lüneburg. Das damalige Urteil basierte fast vollständig auf der Aussage des vermeintlichen Opfers. Deshalb soll es nun eine neue Hauptverhandlung geben, die am 4. August 2010 beginnen soll. Dafür hatten Ralf Witte und sein Anwalt Johann Schwenn monatelang gekämpft. Im Vorfeld dieser Entscheidung wurde Witte bereits im Juni diesen Jahres vorläufig aus der Haft entlassen. Auch darüber hatte Panorama damals berichtet. Gegen den inzwischen pensionierten Staatsanwalt, der für das Verschweigen der Aussage verantwortlich war, wurde Anzeige erstattet. Die Staatsanwaltschaft Lüneburg prüft nun die Einleitung eines Ermittlungsverfahrens wegen Rechtsbeugung

 

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Justizskandal:

Fünf Jahre unschuldig im Knast

Jahrelang saß Ralf Witte wegen der angeblichen Vergewaltigung einer 15-jährigen unschuldig hinter Gittern. Anfang des Monats wurden er und ein Mittäter in einem Wiederaufnahmeverfahren vor dem Landgericht Lüneburg freigesprochen. Über die damalige Verurteilung, die auch auf fragwürdigen Gutachten basierte, hatte Panorama bereits am 25. Juni 2009 berichtet und Witte im Gefängnis besucht. Rückblickend auf dieses Urteil spricht der Anwalt des Freigesprochenen, Johann Schwenn, nun von "Rechtsbeugung". Er hat immer gekämpft und immer wieder seine Unschuld beteuert. Mehr als fünf Jahre hat Ralf W. im Hochsicherheitsgefängnis Sehnde bei Hannover gesessen. Der Vorwurf: Er soll ein Mädchen vergewaltigt haben. Doch hat er das wirklich? Bislang hatten ihm weder Richter noch Staatsanwälte geglaubt. Vor wenigen Tagen aber kam für Ralf W. die Wende. Das Landgericht Lüneburg hat entschieden: Er darf nach Hause, wird vorerst aus der Haft entlassen, denn sein Fall wird neu aufgerollt und neu verhandelt. Der Grund: Die Staatsanwaltschaft Hannover hat in seinem Fall offenbar schwere Fehler begangen und brisante Zeugenaussagen zurückgehalten, die Ralf W. entlasten. Panorama über einen Justizskandal mit schlampigen Staatsanwälten und zweifelhafte Zeugen.

 

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Panorama vom

05. Juli 2007

Unschuldig hinter Gittern – Staat lässt Justizopfer im Stich

Ein Häftling wird in seiner Zelle eingeschlossen © dpa - Bildfunk

Leben auf wenigen Quadratmetern, abgeschnitten von Familie, Freunden und der Welt. Immer wieder landen Menschen unschuldig hinter Gittern, verbüßen zum Teil jahrelange Haftstrafen – bis sich schließlich doch ihre Unschuld herausstellt. Vom Staat steht ihnen dann eine Wiedergutmachung zu. Doch die Freiheit des Menschen ist in Deutschland nicht viel wert. Wer unschuldig in Haft gesessen hat, bekommt ein Schmerzensgeld von gerade mal 11 Euro pro Tag. Und selbst darauf müssen Betroffene lange warten. Manche kehren als gebrochene, zerstörte Menschen aus der Haft zurück, können nicht mehr in ihr früheres Leben zurückkehren. Der Kampf um den Ausgleich des erlittenen Schadens ist langwierig und reich an Hindernissen. Wenn der Staat einem Bürger in Deutschland zu Unrecht die Freiheit entzieht, kommt er sehr billig davon.

Quellennachweis und weiter Informationen:

http://daserste.ndr.de/panorama/media/panorama266.html

 

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08.09.2010 Sonja Fröhlich
 und Rainer Schubert

Vergewaltigungsvorwürfe verworfen

Freispruch für zwei Männer aus Garbsen nach fünf Jahren Haft: Das Landgericht Lüneburg hat am Mittwoch die Vergewaltigungsvorwürfe gegen einen Vater und dessen Bekannten verworfen.

Der Hauptangeklagte Ralf W. gibt nach seinem Freispruch Interviews im Landgericht Lüneburg.

Der Hauptangeklagte Ralf W. gibt nach seinem Freispruch Interviews im Landgericht Lüneburg.
© Thomas
Jahrelang haben zwei Männer aus Garbsen wegen der angeblichen Vergewaltigung einer 15-Jährigen im Gefängnis gesessen. Am Mittwoch hat das Landgericht Lüneburg die beiden in einem wieder aufgerollten Prozess freigesprochen. Das Urteil des Landgerichts: „Nach heutigem Kenntnisstand hätte nicht einmal Anklage erhoben werden dürfen“, sagte der Vorsitzende Richter Axel Knaack. Der Vater des mutmaßlichen Opfers, Karl-Heinz W., sowie dessen Bekannter, Ralf W., waren von der damals 15-jährigen Jennifer beschuldigt worden, sie monatelang missbraucht zu haben. Das Landgericht Hannover hatte Ralf W., dem auch vorgeworfen worden war, das Opfer mit glühenden Zigaretten gefoltert zu haben, zu zwölf Jahren und acht Monaten Gefängnis verurteilt. Jennifers Vater erhielt fünf Jahre und achte Monate Haft. Dann tauchten erhebliche Zweifel an der Glaubwürdigkeit des vermeintlichen Opfers auf. Die heute 25 Jahre alte Jennifer hatte im September 2004 eine neue Aussage gemacht. Dabei berichtete sie, dass ihr Vater sie bereits mit acht Jahren an einen Mädchenhändlerring verkauft habe. Dort habe sie mitansehen müssen, wie ein Baby getötet wurde. Dabei verstrickte sie sich in Widersprüche. Die Staatsanwaltschaft Hannover habe diese Aussage jahrelang gesetzeswidrig verschwiegen, rügte die Verteidigung, die das Wiederaufnahmeverfahren im vergangenen Jahr in Gang gesetzt hatte. Vor dem Landgericht Lüneburg ging es um die Glaubwürdigkeit der jungen Frau, die selbst nicht erneut aussagen wollte. „Die Kammer hat erhebliche Zweifel daran, ob den Angeklagten überhaupt ein Vorwurf zu machen ist“, sagte Richter Knaack in seiner Urteilsbegründung. „Es ist weit mehr als ein Freispruch aus letzten Zweifeln.“ Die beiden Männer reagierten erleichtert, verarbeitet haben sie die Geschichte, die ihr Privat- wie Berufsleben zerstörte, aber noch lange nicht. Nach dem Urteil sagte Ralf W. zu Journalisten: „Die Geschichte hat zehn Jahre meines Lebens zerstört. Fünf Jahre und acht Monate, die ich im Gefängnis gesessen habe, kann man nicht mit Geld wiedergutmachen.“ Seine Stelle bei der Üstra habe er verloren, Freunde und Bekannte hätten sich abgewandt. Der Sohn hatte nach der Inhaftierung seines Vaters psychische Probleme, musste auf die Sonderschule gehen: „Das änderte sich schnell, als ich 2008 durch das Wiederaufnahmeverfahren wieder auf freien Fuß kam, da konnte er wieder auf eine reguläre Schule gehen.“
 
Richter Knaack weiß, dass eine völlige Rehabilitation der Männer aus Garbsen nicht eintreten wird, irgendwas bleibe immer haften: „Es ist ein Verfahren mit einer verheerenden Bilanz, weil es nur Verlierer gibt.“
 
,Jennifers Anwältin Martina Zerling-Andersen sagte, sie gehe noch immer davon aus, dass die Vorwürfe, die zu der Anklage führten, richtig sind. Die Nebenklagevertreterin räumte aber ein, dass ihre Mandantin möglicherweise später aufgrund ihres Traumas eine eigene Wahrheit entwickelt habe, die mit der Realität nichts mehr zu tun hat. Noch am Montag ließ die 25-jährige Jennifer dem Gericht über ihre Anwältin ein Attest über ihre vermeintliche Krebserkrankung vorlegen. Dieses entpuppte sich aber als Fälschung.
 

Quellennachweis: http://www.haz.de/Hannover/Aus-der-Stadt/Uebersicht/Unschuldig-im-Gefaengnis-Freispruch-nach-fuenf-Jahren-Haft

HOME:  http://www.auxiliaris.org/

 

 

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