
Bildquelle dpa
Ab in die Haft.
ML Mona Lisa
Männer unter Verdacht
Wenn falsche Vorwürfe ein Leben ruinieren
März 2010. Ein Bild hat sich ins öffentliche Gedächtnis gebrannt: Jörg Kachelmann auf dem Weg ins Gefängnis. Er beteuert seine Unschuld, er habe nicht vergewaltigt. Ob er nun schuldig ist oder nicht, sein Ruf ist wohl auf jeden Fall ruiniert. Das haben auch schon andere Männer erfahren.- Sendung vom 04.07.2010 [Archiv]
Jörg Kachelmann sitzt seit fast vier Monaten in Untersuchungshaft, angeklagt wegen Vergewaltigung. Ob schuldig oder nicht, allein der Verdacht sei so ruinös, sagt die Gerichtsreporterin Gisela Friedrichsen, dass er sich selbst bei einem Freispruch nicht mehr davon erholen werde.

ZDF
Philipp Berdel
Opfer einer Intrige
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ZDF
Gisela Friedrichsen, Gerichtsreporterin
Es waren so schwerwiegende Vorwürfe, wenn die durchgekommen wären, sagt Berdel, wäre er für mehrere Jahre im Gefängnis gewesen, hätte seine Approbation, alles verloren. Erst vor vier Wochen bestätigte das Gericht endlich seine Unschuld. Gisela Friedrichsen, Gerichtsreporterin bei “Der Spiegel”, hat den Fall Berdel dokumentiert. Sie erkennt ein typisches Muster wieder: “Um einen Mann fertig zu machen, ist es das Einfachste, zu sagen, er hat mich oder ein Kind vergewaltigt. Es gibt davon tausende solcher Fälle.”

ZDF
Johann Schwenn, Anwalt
Wo bleibt die Unschuldsvermutung?
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Schwenn hat einen Justizirrtum, der besondern drastisch war, mit aufgedeckt. Eine 18-jährige Schülerin hatte erst ihren Vater, dann ihren Onkel der mehrfachen Vergewaltigung bezichtigt. Ihr Onkel Bernhard M. wurde verurteilt und saß wegen Vergewaltigung viereinhalb Jahre unschuldig in Haft. “Bei den Justizbeamten und den Mithäftlingen ist man ganz unten durch. Wenn die ihre Drohungen wahr gemacht hätten, wäre ich heute nicht mehr hier”, erinnert sich Bernhard M. an seine Haftzeit.

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Entlastendes Foto
Ein Leben ist ruiniert
Offenkundige Ungereimtheiten, die sogar in den Gerichtsakten vermerkt sind, wurden im Urteil ignoriert. Sogar die Tatsache, dass das Mächen trotz angeblich mehrfacher Vergewaltigung noch Jungfrau war. Der behauptete Tathergang wurde damals rekonstruiert, die Vergewaltigung auf dem Beifahrersitz in einem Kleinwagen. Jahre, nachdem Bernhard M. die Strafe abgesessen hatte, wird Johann Schwenn als Anwalt hinzugezogen. Er entdeckte die entlastenden Fotos. Er sagt, dass anhand dieser Bilder niemand glaubt haben könne, dass es unter solchen Bedingungen zu einer Vergewaltigung gekommen sei.
Es kommt zum Wiederaufnahmeverfahren. Bernhard M. wird knapp eine Million Euro Entschädigung zugesprochen für das Fehlurteil und seine Folgen. Doch der eigentliche Schaden für seinen Mandanten ist nicht wieder gut zumachen. Bernhard M. ist berufsunfähig, befindet sich in einer psychiatrischen Einrichtung. Er hat nach der Haft nicht in sein altes Leben zurückgefunden. Sein Leben wurde allein durch den Verdacht ruiniert. …….
“Das Flüstern einer schönen Frau hört man weiter als den lautesten Ruf der Pflicht.”
httpv://www.youtube.com/user/vaterverbot#p/a/u/0/_k4LltN4nak



