Gleichberechtigung und Diskriminierung bei Väter und Mütter…

Sehr geehrte Herren und Damen,

Sorry, dass ich die Väter an erste Stelle gesetzt habe. Ich finde, sie haben es sich reichlich verdient, nicht immer die Nummero Zwei spielen zu müssen.

sauhund- schlappschwanz- schwanzgesteuert

 

In jeden Bereich werden die Damen der Schöpfung zuerst benannt, auch wenn es eine Verhöhnung von Männer ist, (vielleicht deswegen!). Sehr geehrte Soldatinnen und Soldaten…Keine Frau darf die Front eines Schlachfeldes beschießen und als umwerfende Heldin in den unvergänglichen Ruhm der Kriegstreiber fallen. In den USA dürfen sie erst ab 2014 als Kanonnenfutter dienen und sich ehrenhaft aus dem Leben knallen lassen. Ich nehme an, die Schlacht- Bundesanstalt Deutschland wird es ihren amerikanischen Gebieter/innen bald nacheifern und z.B., die arbeitslosen Frauen von Schlecker und Co, in den Reißwolf des Schlachthofbetriebes treiben lassen. Meine Vermutung, es gehen ihnen langsam die dummen Jungen/ Männer aus, die sich "freiwillig" vor ihren Schlachtkarren spannen lassen wollen…Ich hoffe, es werden noch mehr…bis wir wieder auf das letzte Kind…den letzten Mann, in die Kriegs- Sklaverei getrieben werden. Dank Grundgesetz, haben wir nur eine scheinheilige Freiheit, die sofort nach staatlich-  wirtschaftlichen (USA-) Bedarf beendet werden kann. Wir waren nie frei, wir sind nicht frei und werden es auch nie werden….außer (…)

 

Gleichberechtigung und Diskriminierung bei Müttern und Vätern
Monika Ebeling

Uni Mainz Januar 2013

Sehr geehrte Damen und Herren,
herzlichen Dank für die freundliche Einladung bei Ihnen sprechen zu dürfen

In vielen Berufsjahren war ich in sozialen Arbeitsfeldern tätig, in denen ich sehr viel mit Frauen und häufig auch mit Kindern zu tun hatte und weit weniger mit Männern. Immer wieder haben mir Frauen von ihren Problemen mit dem männlichen Geschlecht berichtet. Man konnte da wirklich den Eindruck bekommen Männer seien an vielem Schuld was Frauen erlebten. Ich finde eine solche Schuldzuweisung greift zu kurz.


Zunehmend empfand ich es auch als problematisch, wenn immer nur eine Seite ausgiebig ihr Anliegen darlegen kann und man in der Beratung daraufhin nach Lösungen sucht. Nach meiner Weiterbildung zur systemischen Familientherapeutin kam für mich eine solch einseitige und parteiliche Sozialarbeit und Beratungstätigkeit nicht mehr in Frage.


Nach einer intensiven Phase der Auseinandersetzung mit Frauenthemen schien es mir zudem an der Zeit mich mit Männerthemen – und das möglichst ähnlich intensiv – auseinanderzusetzen. Das war nicht immer einfach, weil ich dabei auch Dinge erfuhr, die mein eigenes Weltbild erschütterten und mir psychisch einiges abverlangten. Ich finde es sehr bereichernd Veranstaltungen und Fachtagungen zu besuchen, die sich mit der Thematik Männer, Väter und Jungen befassen und Bücher zu lesen, in denen Männer sich zu ihren Anliegen äußerten. Als Gleichstellungsbeauftragte wollte ich die Chance aufgreifen mich ehrlich und vorbehaltlos mit Frauen- und Männerpolitik auseinanderzusetzen. Das sorgte bei einigen Männern für Aufmerksamkeit und sie waren bereit mit aus ihrem Leben zu berichten.

Da kamen Lebenserfahrungen von Männern zu Tage, die mich betroffen machten. Deshalb haben mein Mann und ich einen Männernotruf gegründet. Hier rufen Männer an, die für ihre Anliegen keine geeignete Anlaufstelle vor Ort finden.

Natürlich habe ich über viele Jahre Veranstaltungen besucht und Literatur gelesen, die sich mit Frauen, Müttern und Mädchen befassen. Ich gebe zu, lange Zeit eher einseitig parteilich für Frauen gedacht und gehandelt zu haben. In meiner Beratungstätigkeit haben Frauen mir oftmals weinend von ihren Lebenserfahrungen und ihrem Verhältnis zu Männern berichtet. Das ging nicht spurlos an mir vorbei. Die Tränen der Männer, die ich in manchen Beratungsgesprächen gesehen habe, gehen aber auch nicht spurlos an mir vorbei. Männer und Väter können unter dem Verhalten von Frauen leiden und zunehmend sind sie bereit darüber auch sprechen. Männer die Gefühle zeigen und ihr persönliches Leid nicht mehr hinunterschlucken wollen, sind wichtige Informanten und Multiplikatoren für jene, die Ähnliches erleben. Ich bin um jeden Mann froh, der sich in dieser Hinsicht auch öffentlich äußert.

Ich frage mich, wie es um das Verhältnis der Geschlechter wohl stehen mag? Oft höre ich gegenseitiges Anklagen wenn Frauen und Männer übereinander reden. Wie kommen wir im Einzelfall, aber auch im Großen, aus dieser manifestierten Vorwurfshaltung heraus? Ein Krieg der Geschlechter ist nicht förderlich. Wenn Mann und Frau ihre Rolle als Vater oder Mutter ausüben möchten, ist er auch noch schädlich fürs Kind. Für mich stellt es eine persönliche und berufliche Bereicherung dar, heute umfängliche Informationen aus beiden Richtungen zu haben und ich versuche, beide Seiten zusammen zu bringen.

Jedes Beratungsgespräch, welches ich heute mit Männern führe, öffnet mir den Blick für ihre Anliegen und Sichtweisen und hilft mir einen Ausgleich zu den vielen Beratungsgesprächen mit Frauen herzustellen, die ich in meinem Leben geführt habe. Es erscheint mir überaus ratsam immer mindestens beide Seiten, in unserem Fall also Väter und Mütter, zu Wort kommen zu lassen, um eine Idee über die Gesamtthematik erhalten zu können.

Wenn Eltern in der Kita die ich leite einen Betreuungsplatz für ihr Kind suchen, dann kommen zunehmend beide Elternteile, um sich einen Eindruck zu verschaffen. Die Eingewöhnung des Kindes in die Krippengruppe übernimmt heute auch nicht automatisch die Mutter. Da ist eine gute Entwicklung eingetreten, denn alles deutet darauf hin, dass Väter neben der beruflichen auch zunehmend ihre familiäre Verantwortung übernehmen möchten.
Wenn ich über Mütter und Väter spreche, dann möchte ich am liebsten auch etwas über Kinder sagen. Das ist heute aber leider nicht das Thema. Dennoch bitte ich Sie Ihre Aufmerksamkeit deutlich stärker auf die schwächsten Glieder unserer Gesellschaft zu lenken. Aufgrund meiner Berufs- und Lebenserfahrung mache ich mir große Sorgen um unsere Kinder. Es gibt viele Hinweise darauf, dass es vielen unserer Kinder psychisch nicht gut geht und sich dies auch physisch manifestiert. Eltern brauchen um der Kinder willen Hilfe und Unterstützung. Starke Eltern – starke Kinder, das ist für mich nicht nur eine Phrase, weshalb ich seit Jahren Mitglied im Deutschen Kinderschutzbund bin.

In einer Veranstaltung von und mit Gleichstellungsbeauftragten sagte eine Rednerin einmal, dass bei Trennung und Scheidung der Geschlechterkrieg toben würde. Auch das gab mir zu denken. Ein Krieg auf Kosten der Kinder kommt für mich nicht in Frage.

Wenn wir Vater oder Mutter sind, dann wollen wir in der Regel  DAS BESTE für unser gemeinsames Kind. Es ist nicht immer einfach herauszufinden, was das Beste ist oder sein könnte. Oft plagt Eltern auch ein schlechtes Gewissen. In der Elternberatung erlebe ich, wie stark Eltern heute unter Druck geraten sind, weil es ihnen schwer fällt Familie und Beruf unter einen Hut zu bringen. Ich halte den flächendeckenden Ausbau von Kindertagesstätten nicht für die einzige, sondern für eine von vielen Möglichkeiten, Familienleben und persönliche Wünsche unter einen Hut zu bringen. Ich beobachte einige Entwicklungen die Auswirkungen auf Kinder haben mit Sorge, weil eine bestimmte Form von Kinderkultur zu Grunde geht und Kindheit schädigen könnte.

Ich las vor einigen Monaten, die Begriffe Vater und Mutter seien rollenstereotyp und müssten abgeschafft werden. Das würde ich schade finden, weil beide Begriffe doch Kulturgut sind. Man soll und kann manchen Wandel nicht aufhalten, aber ich bleibe aufmerksam und möchte mich in Bezug auf Kinder äußern, weil es ja auch um meine Kinder und Enkelkinder geht.

männliche mutter-schaft

Väter und Väterforschung bleiben trotz einigem Palaver meines Erachtens immer noch gesellschaftliche und wissenschaftliche Randerscheinungen. Beides verblasst und wirkt hinter dem jahrzehntelangen Engagement für Frauen und Mütter fade. Familienpolitik ist oft und weitgehend Frauenpolitik. Das weibliche Geschlecht steht im Vordergrund, für die Anliegen von Frauen sind wir sensibilisiert und über Frauen sprechen wir so gern. Wir müssen aber daran arbeiten über beide Geschlechter zu sprechen. Wir müssen immer wieder neu nachdenken, wie wir miteinander leben wollen, auch jenseits der üblichen Geschlechtszuschreibungen.

Es ist ja leider keine Gleichberechtigung von Mann und Frau, von Vater und Mutter, wenn die Wünsche des werdenden Vaters so oft ohne Berücksichtigung bleiben, während die Mutter ihre Interessen dem Vater gegenüber anscheinend leicht durchsetzen kann.

Ein junger Maler erzählt mir, dass seine Partnerin das ungeborene Kind erst nicht wollte, dann aber doch bekam. Als es wenige Monate alt war trennte sich das Paar und die Mutter zog mehrere hundert Kilometer weit weg in die Nähe ihrer Eltern. Es war dem dann arbeitslosen jungen Mann kaum möglich sein Kind zu sehen, weil er sich die Fahrtkosten finanziell nicht leisten konnte. Einige Male stand er nach zweistündiger Autofahrt auch noch erfolglos vor verschlossenen Türen, obwohl ein Besuchstermin zuvor telefonisch vereinbart und sogar über das Jugendamt besprochen war. Seine Tränen hat er dann mit lauter Musik erstickt, eine Weile im Auto vor der Tür gesessen. Seine Hoffnung, die im Hause wohnenden Großeltern würden ein Einsehen haben, erfüllte sich nicht.

Ich habe oft erlebt, wie zerstritten ein Elternpaar sein kann und das tut mir im Interesse des betroffenen Kindes unendlich leid. Eine Mutter übergibt den Säugling im Kinderwagen mit einem Zettel auf der Bettdecke an den Vater und dreht sich dann wortlos um. Solches Verhalten halte ich für keine gute Lösung. Ich kann berichten, dass dieses Paar sich nach etlichen schwierigen Monaten versöhnte. Heute lebt die Familie wieder zusammen und ein weiteres Kind wurde geboren.

Familien zu heilen und ihr gemeinsames Leben zu stärken, halte ich heute für einen besseren Beratungsprozess, als an deren Auflösung mitzuwirken. Mich hat diese Geschichte betroffen gemacht, weil ich immer wieder erlebe wie wenig Empathie Erwachsene für kindliche Grundbedürfnisse haben. Sie merken, ich liebe Kinder und kann mich deren Charme kaum entziehen. Es liegt in meiner Persönlichkeit mich für Kinder einzusetzen.
Woher kommt denn diese Einstellung, dass ein Kind auf seinen Vater ohne Probleme verzichten könnte, nicht jedoch auf die Mutter? Warum fehlt so oft das Prinzip der Männlichkeit und Väterlichkeit, da wo Kinder sind? Können Männer ohne Scheu Väterlichkeit definieren und haben sie Raum, auf ihre Weise Vaterschaft praktizieren zu können?

Ein anderer Vater berichtete mir, dass er die Polizei anrief, weil Frau und Kind am Abend immer noch nicht zu Hause waren. Er machte sich Sorgen um die beiden. Klar, es kriselte in der Beziehung, aber, er hätte sich nicht ausmalen können, dass die Partnerin tatsächlich mit dem Kind ins Frauenhaus gegangen sein könnte. Doch so war es! Der Mann beteuerte mir gegenüber aber, keine Gewalt ausgeübt zu haben.

Das Ergebnis für ihn war, dass er seinen Sohn wochenlang nicht sehen durfte. Nicht nur das. Er musste gerichtlich Umgang durchsetzen und erhielt dann nur die Möglichkeit das Kind im begleiteten Umgang, also unter Aufsicht, zu treffen. Es fiel dem Vater nicht leicht, so unter den Augen einer Aufsichtsperson entspannt mit dem Kind zu spielen. Die Anzeige der Frau verlief im Sande und er wurde nicht verurteilt, aber der Makel blieb und wirkte sich maßgeblich auf das gesamte Scheidungsverfahren aus.

Die Väter mit denen ich spreche, haben die Hoffnung ihre Vaterschaft praktizieren zu können. Sie leiden darunter, dass sie mit der Trennung von der Partnerin auch ihre Kinder weniger sehen können oder sogar verloren haben. Der Umgang dieser Väter mit ihrem Kind beschränkt sich oft auf wenige Tage oder manchmal auch nur Stunden im Monat. Weil es die Mutter so will oder es gerichtlich verordnet ist. Manchem dieser Väter bricht es das Herz und das weckt mein Mitgefühl.

Einige Väter können ihre Kinder während eines Umganges nicht zum Arzt bringen, weil die Mutter die Krankenkassenkarte nicht herausrücken möchte. Es wird manchem Vater verwehrt an der Einschulungsfeier, der Konfirmation oder ähnlichen wesentlichen Lebensereignissen des Kindes teilzunehmen. Ihnen wird manchmal sogar von der Partnerin gedroht, die Kinder gefälligst nicht mit zu den verhassten Ex-Schwiegereltern zu nehmen, sonst würden die Umgänge zukünftig ausfallen.

Ich habe so viele Berichte über Mütter gehört, die für Kinder Nachteile generieren, um damit womöglich dem Vater schaden zu können, dass mein Mitgefühl für diese Väter und insbesondere die betroffenen Kinder sehr gewachsen ist. Das schmälert mein Mitgefühl für Mütter die so etwas erleben keinesfalls. Denn natürlich gibt es auch Berichte über schlimmes Verhalten von Vätern unter denen Mütter leiden. Erwachsene müssen aber versuchen dieses Klima des Aufrechnens, Abrechnens und der Rechthaberei zu entschärfen.

Männer- Faustschlag, Brutale Gewalttäter

Ich habe den Eindruck, dass ein Teil von Frauen eine gelebte und praktizierte Vaterschaft auch als Störung empfindet und mit Gegenwehr reagiert. Es kommt mir so vor, als ob ein Vater, sich erst bewähren und beweisen muss, während eine Mutter qua Geschlecht und Mutterschaft einen Bonus hat. Gerade an diesem Wochenende erzählt mir ein Vater von einer sogenannten ´Begutachtung´. Unter Aufsicht einer Gutachterin brachte er sein Kind zu Bett. Seine derzeitige Lebenspartnerin ist hochschwanger und die Hochzeit steht demnächst an. Dennoch muss er beweisen, dass er ein guter Vater sein kann. Ich finde das bemerkenswert. In einem anderen Fall handelte es sich bei der Begutachtung um einen Lehrer, der zwar im Job mit Kindern arbeiten und allein sein durfte, dem aber sein eigenes Kind verweigert wurde.

Das Kind gehört zur Mutter hieß es einmal und nicht selten wird in Behörden und Ämtern nach dieser Anschauung noch heute verfahren. Kinder werden selbst dann gerichtlich den Müttern zugesprochen, wenn die Väter einen stabilen und womöglich besseren Hintergrund vorzeigen können, als die Mutter. Mich wundert es, dass auf die väterlichen Ressourcen oft nicht zurückgegriffen wird.

Ein Vater berichtete mir, dass ihm Jugendamt und Gericht das Kind mit der Bedingung überlassen hatten, dass er seinen Vollzeitjob aufgeben würde. Er müsse ja schließlich das Kleinkind tagsüber betreuen, hatte man ihm vorgehalten. Der Mann hatte dann seinen unkündbaren Job in einer Behörde aufgegeben und hält sich und das Kind nun seit Jahren mit mehreren Jobs über Wasser. Wäre bei einer Mutter ähnlich geurteilt worden? Ich glaube, wäre hier eine Mutter betroffen gewesen, dann hätte das einen Sturm der Entrüstung gegeben, meinen sie nicht? Warum durfte dieser Vater nicht die Möglichkeit der Ganztagsbetreuung nutzen? Er erzählte mir auch noch von der Entwicklung und den Schwierigkeiten seines Sohnes im Bildungswesen. Auf meine Frage, wem es von den beiden denn schlechter ginge, antwortete er ´mein Sohn sagt mir´. Es fällt manchen Vätern nicht leicht über die sie belastenden Dinge zu sprechen, sie brauchen jemanden, der ihre Anliegen ernst nimmt und rückhaltlos zuhört.

Warum sollten wir denn eigentlich die männliche Gesellschaft überwinden wollen, wie es im SPD Parteiprogramm heißt? Insbesondere den politisch Linken scheint traditionelle Männlichkeit ein Dorn im Auge zu sein. Vielleicht, weil diese Form von Männlichkeit als aggressiv und zerstörerisch pathologisiert wird? Warum sollten wir Männlichkeit in ihrer Vielfalt und Fülle nicht gleichberechtigt wertschätzen können? Auch die traditionelle. Ich sehe dem Moment entgegen, wo Feuerwehrleute vor dem brennenden Haus erst darüber diskutieren, wer den Mut hat in Rauch, Flammen und Hitze Menschenleben zu retten.

Es gibt eine Kumulation von Risiken im Leben von Frauen und Männern. Da fallen dann Entscheidungen, die nachhaltigen Einfluss auf den Lebensverlauf haben. Vater und Mutter zu werden ist so eine risikobehaftete Zeit. Wer bleibt nun zu Hause, um das Kind zu versorgen? Wie teilen wir die Lasten der Familienarbeit und Kindererziehung? Wie wirkt es sich aus, wenn ich Arbeitszeit reduziere, Studium unterbreche, beruflich zurücktrete. An solchen Risiken ist niemand „schuld“, sie sind strukturell, oft auch vorhersehbar. Sie könnten ausgehandelt und auch irgendwie gemeinsam geplant und gestaltet werden.

Es hat mich schon immer geärgert, dass wir seit Jahrzehnten darüber debakeln wie problematisch es für Frauen ist, Familie und Beruf unter einen Hut zu bringen. Ich kenne nicht viele prominente Frauenrechtlerinnen, die sich für Mütter und Mutterschaft engagieren und ihre frauenpolitische Kraft hier einsetzen. Wir sprechen heute von einer Väterbewegung, wo aber ist die Mütterbewegung?

Als ich eine junge Frau war, hieß es raus aus der Küche, weg von den Kindern. Die drei K´s (Kinder, Küche, Kirche) sind uns als nicht emanzipiert verkauft worden. Die Selbstverwirklichung der Frau sollte auf dem Arbeitsplatz stattfinden und keinesfalls in der Familie. Viele Frauen haben den Frauenrechtlerinnen in ihrem Umfeld geglaubt und entsprechende Lebensentscheidungen getroffen, auch heute noch. Es soll für uns Frauen immer nur eine Lösung geben und die heißt raus aus der Enge eines angeblich patriarchalen Familienlebens. Vielleicht fühle nicht nur ich mich betrogen und kann mich des Gedankens vom Feminismus auf einen Irrweg geführt worden zu sein nicht entziehen.

Heute bleibt die Küche kalt, Familie ist da, wo alle aus einem Kühlschrank essen. Es hilft niemandem, wenn wir Haus- und Familienarbeit abwerten. Diese Tätigkeiten sind sinnvoll, müssen getan werden und am besten machen die Eltern das nach Neigung und in einem möglichst fairen Aushandlungsprozess. Es hieß einmal entsetzt, ´Was, du bist Nur-Hausfrau´, wenn junge Frauen das Haus hüteten und keines der Kinder in den Kindergarten ging. Emanzipation und Mutterschaft das schien lange Zeit nicht die richtige Mischung zu sein.

Immer wieder haben mir Mütter darüber berichtet, wie schwer es für sie ist Familie und Beruf unter einen Hut zu bringen. Es ist auch schon seit vielen Jahren klar, dass eine Auszeit um eines Kindes willen, berufliche und finanzielle Nachteile bringt und sich auf die Rente auswirken wird. Ich lehne nicht ab, auch Vätern diese Auszeit zu ermöglichen, aber ich wünsche mir, dass damit möglichst wenige finanzielle und berufliche Nachteile für diese Frauen und Männer verbunden sind.

Eine Mutter sagt, wie soll ich das schaffen. Mein Arbeitgeber schickt mich in eine Bankfiliale in einer anderen Stadt. Da muss ich eine lange Fahrzeit einkalkulieren, das geben aber die Betreuungsmöglichkeiten in meinem Stadtteil nicht her. Sie hat dann letztlich auf das Angebot ihres Arbeitsgebers verzichtet und versucht den Wiedereinstieg ins Berufsleben auf andere Weise hinzubekommen. Eine andere andere möchte gern zu Haus bleiben und das Kind über das erste Lebensjahr hinaus betreuen. Als Paar ist man sich da einig geworden. Doch sie hat Sorgen. Die Freundinnen sind allesamt an ihren Arbeitsplätzen und deren Kinder in der Kita. Wie wird ihr Alltag mit dem Kind aussehen?

Mir erzählen Frauen oft davon, dass sie nach der Elternzeit in der Firma nicht mehr auf demselben Arbeitsplatz landen und manchmal die Arbeitsbedingungen so schlecht werden, dass es mit der Familienarbeit überhaupt nicht mehr vereinbar ist. Nicht umsonst gibt es die vielen Wiedereinstiegsprogramme für Frauen. Aber haben die bisherigen Maßnahmen wirkliche Veränderungen erwirkt? Wenn es für Mütter beruflich Nachteile mit sich bringt Elternzeit zu nehmen, dann wird das auch bei Vätern so sein. Müssten also heute nicht auch Wiedereinstiegsprogramme für Männer entwickelt werden? Arbeitgeber müssten für Väteranliegen sensibilisiert werden. Und könnten die Ausgangslagen und Rahmenbedingungen für Männer womöglich von denen der Frauen differieren? Väter können noch nicht auf erprobte Netzwerke, erfahrene Vorbilder und wohlwollende Unterstützer zurückgreifen. Sie befinden sich häufig noch auf unbekanntem Terrain und in Konkurrenz.

Ein Vater freut sich, dass sein Arbeitgeber Verständnis zeigt und er die gewünschte Elternzeit mit dem Säugling verbringen kann, allerdings zu dem Preis, dass in der Zeit Kollegen mehrbelastet sind und möglicherweise der Ärger auf diesen Vater vorprogrammiert ist. Väter in der Elternzeit, Väter bei der Hausarbeit, das ist heute nicht mehr exotische Ausnahme.

Hinter manchen Vorstellungen über Männer und Väter, die sich in unser Denken und Handeln geschlichen haben, könnte sich eine verzerrte Wahrnehmung von Männlichkeit und Väterlichkeit verstecken. Das ist nicht anders bei der Vorstellung über Frauen und Mütter. Wir müssen hier einiges an Ballast abwerfen, um wieder klar sehen zu können. Auf jeden Fall haben Frauenbewegung und Feminismus gestern wie heute Auswirkungen auf das Zusammenleben der Geschlechter. Die einen meinen, wir wären ohne Feminismus und Frauenbewegung nicht so weit, die anderen glauben er sei inzwischen zu weit gegangen. Da hat sich eine ideologische Debatte etabliert, die im Geschlechterkrieg eskaliert.

Ich meine, dass ein wenig kritische Distanz hier durchaus angebracht sein könnte. Das wir seit 1945 in Frieden leben können hat meines Erachtens weit größere Auswirkungen auf das Leben von Frauen und Männern, als es die Frauenbewegung oder die 68´er je haben könnten. Mir scheint, dass auch die relativ gute wirtschaftliche Lage der vergangenen Jahrzehnte Einfluss auf die Geschlechterfrage und den Diskussionsstand hat. Es steht heute außer Frage, dass Frauen so lange wie möglich im Erwerbsleben stehen sollen und jede Auszeit nicht nur der Mutter, sondern vor allem auch dem Arbeitsmarkt schadet.

Der Frauenbewegung und dem Feminismus wird aus meiner Sicht zu viel Ehre zu teil, wenn sie sich in Punkto Gleichberechtigung zwischen Mann und Frau Orden an die Brust heften lassen möchte.

killi

Ich beobachte, dass Frauen in den vergangenen Jahrzehnten das Kinderkriegen in ihrem Lebenslauf immer weiter nach hinten schieben. Obwohl der Wunsch nach Familie bereits bei jungen Frauen und Männer groß ist. Junge Menschen legen Wert auf eine Ausbildung, den Berufsstart und eine berufliche Karriere. Das ist allerdings nicht kompatibel mit einer frühen Schwangerschaft. Es müsste die Möglichkeit von Teilzeitausbildungen und Teilzeitstudium geben, damit diese jungen Leute ihre berufliche Karriere nicht aufs Spiel setzen müssen, nur weil sie gern Eltern werden möchten. Beziehung und Familienleben ist immer schwerer planbar, weil Arbeit nicht mehr sicher ist.

Vielleicht stagniert die Geburtenrate auch deshalb, weil wir es uns faktisch nicht mehr leisten können Kinder zu bekommen, denn die damit verbundenen wirtschaftlichen und persönlichen Nachteile sind groß.

Es wird weitgehend verdrängt, dass mit einer späten Geburt auch die Zahl von Risikoschwangerschaften zunimmt, denn das biologisch günstige Alter einer Schwangerschaft liegt weit vor dem 30. Lebensjahr. Immer mehr Menschen im höheren Alter nutzen die Möglichkeit auf eine zweite oder dritte Chance für eine Familiengründung, weil sie die erste verpassten.

Vor der Unterhaltsreform mussten Männer oft Jahre oder gar Jahrzehnte für ihre Exfrau zahlen, das machte für diese Männer die Neugründung einer Familie schwer oder unmöglich. Ich kenne Männer die über Jahrzehnte ihre Ex-Frau mitfinanzieren. Im Verhältnis dazu war die Ehezeit sehr kurz. Noch mit fast 70 Jahren finanziert ein Mann von seiner Lehrerpension eine arbeitslose jüngere Ex-Frau. Ein Dozent zahlt noch heute Unterhalt an seine halbtagstätige Ex-Frau, obwohl die gemeinsamen Kinder bereits selbst verheiratet sind. Mir kommt das ungerecht vor und nicht gleichberechtigt.
Mich wundert, dass immer weniger Akademiker und Akademikerinnen Kinder bekommen. Wäre es nicht toll, wenn gerade hier gleichberechtigte Elternschaft vorgelebt würde? Es dürfte in diesen Haushalten weder an Bildung noch an Geld mangeln. Gerade deshalb müsste genau untersucht werden, was diese Führungskräfte und Bildungselite abhält eine Familie zu gründen.

Für Frauen ist eine späte Schwangerschaft kein Zuckerschlecken. Man muss heute mehr und mehr medizinisch nachhelfen, wenn schwanger werden nicht einfach so gelingt. So häufig wie in diesem Lebensabschnitt wird wohl kein Mensch wieder medizinisch untersucht, begutachtet, ausgemessen und sein Entwicklungsstand bewertet. Diese Gläsernheit der Schwangeren verursacht Kosten, einerseits in Euro, andererseits aber auch in einem zunehmenden Druck auf die werdende Mutter, alles richtig machen zu müssen oder versagt zu haben, wenn eine Zahl nicht der Norm entspricht.

Viel zu schnell werden Abtreibungen vorgenommen, weil die Wahrscheinlichkeitsrechnung schlechte Prognosen stellt, selbst auf die Gefahr hin, ein gesundes Kind dabei zu erwischen. Das passiert durchaus nicht selten. Frauen so unter Druck zu setzen ist nicht fair. Die Diskussion über Abtreibung und den § 218 einmal im Kontext der Geschlechterdebatte aufzugreifen erscheint mir problematisch. Ich muss gestehen, es juckt mich aber in den Fingern das zu tun, auch, weil ich sehe, dass die werdenden Väter hier weitgehend ausgegrenzt sind.

Es gibt große medizinische Fortschritte. Wir können kleinste Frühchen retten, bedienen uns der pränatalen Diagnostik und zeugen Leben durch künstliche oder andere Formen der Befruchtung. Ausreichende Verhütungsmöglichkeiten für beide Geschlechter sind vorhanden. Kinder zu bekommen könnte heute ein wirklich gut geplantes Ereignis zweier Menschen sein. Gleichberechtigung in und nach der sexuellen Partnerschaft, oder dem sexuellen Ereignis ist doch unabdingbar, wenn ein Kind unterwegs ist. Weder sollte Mutterrecht vor Vaterrecht gehen noch umgekehrt, denn vor dem Gesetz sind alle gleich, auch Kinder.

Viele dieser sich überfordernden Mütter habe ich in der Müttergenesung beraten, wenn sie kurz davor waren, die Familie aufzugeben, weil sie keine Kraft mehr für zu viel auf einmal hatten. Mit diesem Wunsch auf Trennung setzen Mütter und Väter die gemeinsamen Kinder aber einem großen Risiko aus. Viel zu viele Kinder sehen ihren Vater nach Trennung und Scheidung selten und oft bald gar nicht mehr. Diese Möglichkeit einen Vater abzuservieren ist leider oft rechtlich und behördlich abgesichert. Frauen wird die Ausgrenzung des Vaters aus dem Leben seines Kindes leichtgemacht. Sie werden darin oft unterstützt, nicht selten von den eigenen Familienangehörigen. Es heißt dann aus berufenem Mund "Lass dir das nicht gefallen". "Du schaffst das auch allein".

Hier spielen nicht nur Privatpersonen, sondern häufig auch Mitarbeiterinnen in Ämtern und Behörden eine unrühmliche Rolle, indem sie Frauen gegen Männer beraten. Ein unehelicher Vater berichtet mir, dass er mit seiner Partnerin beim Jugendamt war, weil sie das gemeinsame Sorgerecht vereinbaren wollten. Die Jugendamtsmitarbeiterin wies die junge Mutter im Beisein des jungen Vaters eindringlich darauf hin, welche Nachteile ihr Wunsch für sie bringen würde. Er sagt zu mir: ´In diesem Moment bin ich ganz still geworden habe gehofft und gebetet, dass meine Freundin bei ihrer Meinung bleibt und sich nicht überreden lässt´. Ein anderer Vater wundert sich, dass die Ex- Frau Aussagen macht, die darauf schließen lassen, dass die Jugendamtsmitarbeiterin Inhalte des mit ihm geführten Gespräches an die Ex- Frau weitergeleitet hat. Ein anderer teilt mir mit, dass die Mediatorin eine stadtbekannte Feministin ist und er sich in der von der Richterin angeordneten Mediation nicht fair behandelt fühlt.

Ein Vater möchte den Wohnsitz seines Kindes erfahren. Weil die Mutter ohne Probleme einen Sperrvermerk in das Melderegister einbringen kann, ist ihm das aber unmöglich. In einer Gerichtsverhandlung maßregelt der Richter einen Vater, er möge doch schnellstmöglich eine Arbeit finden, damit er Unterhalt zahlen kann. Die Mutter ist Ingenieurin und würde sofort einen Arbeitsplatz erhalten, an sie richtet er sich nicht. Es wird im Gerichtssaal auch nicht darüber diskutiert, ob das Kind womöglich tagsüber beim Vater betreut werden könnte, statt die Kita zu besuchen, denn seine Wiedereingliederung in den Arbeitsmarkt ist aufgrund seines Alters problematisch. Ich habe viele solcher Geschichten gehört und komme zu dem Schluss, dass wir noch deutlich zu tun haben, wenn wir die Gleichstellungsbedürfnisse von Vätern ernst nehmen wollen.

Die Solidarität zwischen zwei Frauen, der Mutter und einer Fachfrau, ist schnell zu spüren. Auf Anhieb sind Koalitionen geschlossen, die sich gegen einen Mann und Vater richten können. Ich habe das selbst über Jahre praktiziert und kann es bezeugen.

Auf die Nachteile, die sich für die Frau aus Mutterschaft und Familienleben ergeben, wird im gesellschaftlichen Mainstream heftig fokussiert, da fließen die Argumente nur so aus der Feder und berechtigen zu medialen Entrüstungskampagnen. Überwiegend wird dann über die beruflichen Nachteile, die finanzielle Abhängigkeit vom Mann und die fehlende Rente der Frau geklagt. Wir fokussieren hier sehr auf wirtschaftliche Aspekte und erhoffen Ganztagsbetreuung der Kinder sei das Allheilmittel. Das es auch Nachteile durch Vaterschaft und Familienleben für Männer geben könnte, wird zu oft vernachlässigt, bagatellisiert oder ignoriert. Vätern wird es aber kaum anders ergehen als Müttern. Sie geraten nicht weniger in berufliche und wirtschaftliche Problemlagen hinein und müssen sehen, wie sie das im Lebenslauf irgendwie wieder ausgleichen können. Mir kommt es manchmal so vor, als wenn wir hier Schwarzer Peter spielen und versuchen die ´schlechte Karte´ einfach weiter zu schieben.

Wir können aber nicht, wie bisher, ausgiebig die Frauen und Mütter betrachten, wenn es um Elternschaft geht und die Sicht auf Väter nebensächlich behandeln. Es genügt nicht, sich über die Belastungen von Müttern auszulassen. Es reicht nicht, die Nachlässigkeiten oder die Zurückhaltung von Vätern als Ursache mütterlicher Belastung zu definieren. Das ist einseitig und wird der Elternrolle, also den Aufgabenstellungen von Müttern und Vätern und den Bedarfslagen von Kindern nicht gerecht. Dennoch haben wir in den vergangenen Jahrzehnten sehr oft auf die Nachteile, die sich für die Frau aus Mutterschaft und Familienleben ergeben, im politischen und gesellschaftlichen Mainstream fokussiert und damit vielleicht dazu beigetragen die Rolle des Vaters möglicherweise weiter herabzuwürdigen.

Es ist nicht mehr klar, wie ein Vater sein sollte. Er ist eben nicht mehr der Patriarch, der Alleinverdiener, derjenige der das letzte Wort hat, wenn es um Frau und Kinder geht. Seine gesellschaftliche Anerkennung ist nicht mehr einfach da und auch noch eindeutig, sondern vielfach und mehrdeutig. Mir scheint der Mann und Vater steht heute schlecht da, wie im Regen ohne Schirm.

Vielleicht, weil sich uns das Bild des gewaltigen Patriarchen so eingeprägt hat? Vielleicht, weil manche glauben, dass das Männliche überwunden werden muss, wenn wir eine menschliche Gesellschaft haben wollen? Vielleicht, weil wir der Mutter huldigen und die Frau viel zu gern ins Zentrum unserer Betrachtungen stellen? Vielleicht, weil es eine Männerbewegung, die sich mit der Frauenbewegung vergleichen könnte, gar nicht gibt? Die viel gerühmten Männernetzwerke der Wirtschaft helfen an dieser Stelle leider gar nicht. Sie zielen auf ganz andere Dinge hin, als sie ein Vater benötigen würde. Soziale Netzwerke tun not, Männergruppen, Vater-Kind-verbände, Organisationen, die sich den Anliegen und Bedürfnissen von Vätern öffnen, Väter unterstützen und ihre Anliegen vertreten und weiterentwickeln.

Ist es vorstellbar, dass es auch Nachteile durch Vaterschaft und Familienleben für Männer geben könnte? Mir berichten junge Väter darüber, dass ihr Arbeitgeber Schwierigkeiten macht, wenn sie Elternzeit anfragen. Der Chef droht mit der Aussage, der Mitarbeiter würde seine Beförderung damit aufs Spiel setzen. Es wäre dann unmöglich diesen Posten ausfüllen zu können und eine Versetzung in eine andere Abteilung sei erforderlich. Durch Teilzeitarbeit könnten Väter Freiräume erhalten, die es ihnen ermöglichen können sich um den Nachwuchs zu kümmern. Aber Teilzeit für Männer? Wie soll das gehen? Und was ist dann mit deren Rente? Während es Gang und Gäbe ist Frauen Teilzeit zu beschäftigen tun sich Arbeitsgeber noch schwer damit, das Recht auf Teilzeit auch Männern zuzubilligen.

Es fällt Männern nicht immer leicht, sich in der neuen Aufgabe als Vater wohl zu fühlen. Noch sind sie Exoten dort wo sich die Kinder aufhalten. Im kindlichen Umfeld wirken viele Frauen. Ein Vater berichtet, dass ihm das Babyschwimmen sehr viel Spaß gemacht hat, allerdings war er der einzige Mann in der Runde. Ein Witwer erzählt, es sei für ihn mit seinen Kindern auf den Spielplatz einmal problematisch geworden. Er wurde als möglicher Kinderschänder geoutet, nur weil kein anderer Mann auf dem Spielplatz saß und die anwesenden Frauen die Kinder nicht ihm zuordneten. Wenn Männer am Wickeltisch stehen, in der Kita auftauchen oder am Schulelternabend teilnehmen, dann sind sie zum Großteil noch Einzelkämpfer, Vorreiter und mancherorts auch von Frauen bewunderte Ausnahme. Das liegt wohl auch daran, dass sie eben nicht mit offenen Armen aufgenommen werden, weil die Vorbehalte und Vorurteile Dritter ihnen den Weg versperren.

Wo sich Kinder heute aufhalten, haben oft die eigenen Mütter, oder andere Frauen die Hand über ihnen, bestimmen die Regeln und die Inhalte. Väterlichkeit und Männlichkeit im Leben von Kindern sind mancherorts sogar gen Null gesunken. So kann es passieren, dass ein Kind im ersten Lebensjahrzehnt so gut wie keine männlichen Bezugspersonen oder Vorbilder kennenlernt. Das ist problematisch und keinesfalls gut. Väter bekommen nicht annähernd die medizinische oder sonst wie aufgestellte Aufmerksamkeit und Fürsorge, wie sie Frauen mit Eintritt einer Schwangerschaft erhalten. Männer sind jedoch in der Zeit der Schwangerschaft ihrer Partnerin stärker involviert, als wir es bisher wahr haben wollen. Männer sind weder psychisch noch physisch kalt oder tot, Vater zu werden ist immer ein besonderes Ereignis in ihrem Leben.

Ein Kind gezeugt zu haben und sich auf Vaterschaft einzustellen, könnte für werdende Väter nicht weniger aufwendig sein, als Mutter zu werden. Wir haben diesen Bereich bisher jedoch zu wenig zur Kenntnis genommen und uns auf ein Männerbild reduziert, das den tatsächlichen Gemütslagen und Bedürfnissen von Männern kaum gerecht werden kann. Ein lächerliches und abfällig behandeltes Zerrbild ist da entstanden, dass Männern in ihrer Vielschichtigkeit und Vielfalt der möglichen Rollen nicht gerecht wird.
Während die Frau immer weiß, dass sie Mutter wird, erfährt dies ein Mann nicht sofort mit dem Nachweis der Schwangerschaft. Manchmal erfährt er von seiner Vaterschaft auch gar nicht und manchmal ist das Kind für das er sorgt nicht seines, sondern ein sogenanntes Kuckuckskind. 10 von 350 Kindern dürfen davon ausgehen ein Kuckuckskind zu sein, also nicht den Vater zu haben, den sie glauben zu haben. Was ist überhaupt ein Vater? Seine rechtliche Rolle ist unklarer denn je. Spendet er seinen Samen einer Fortpflanzungsklinik, dann ist er Vater mehr aber auch nicht. Zeugt er ein Kind innerhalb einer unehelichen Liebesbeziehung, dann ist er ein Vater, aber ohne Rechte. Zeugt er ein Kind innerhalb einer Ehebeziehung, dann hat er rechtliche Möglichkeiten, die aber oft an den Lebensrealitäten scheitern. Sorgerecht zu haben heißt noch lange nicht, es auch ausüben zu dürfen. Umgangsrecht gerichtlich vereinbart zu haben, bedeutet längst nicht, dass die Mutter dieses nicht auch zu ihren Gunsten oder nach ihrem Gutdünken ausfallen lassen kann. Viele Väter klagen darüber, dass ihnen die Kinder nicht wie vereinbart überlassen werden. Das Grundgesetz schützt ausdrücklich die Mutter, der Vater ist in dem Schutz der Familie inkludiert und keiner Einzelnennung würdig.

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Es ist selten die Rede von dem Leid eines Mannes, wenn ihm mitgeteilt wird, dass das ungeborene Kind abgetrieben werden soll. Ungewollte Vaterschaft wird aus Perspektive des betroffenen Mannes kaum empathisch diskutiert, man geht da eher holzklotzartig vor. In unserer Gesellschaft ist das Image der Väter denkbar schlecht. Schnell ist die Rede davon, dass eine Frau wohl einen triftigen Grund haben muss, wenn sie den Vater außen vor lassen möchte. Wie fühlt sich der Mann und Vater, wenn die Mutter mit dem Kind endgültig das Haus verlässt? Und was möchten die Kinder uns dazu sagen? Die sorgerechtliche Situation ist keineswegs zufriedenstellend geklärt. Das Recht auf Umgang des Kindes mit Vater und Mutter steht in unserem Land nicht im Vordergrund. Frauenverbände und insbesondere die linke Politik verteidigen die Rechte der Frauen vor denen der Kinder. Sie instrumentalisieren den Begriff ´Kindeswohl´ für ihre politischen Ansichten. Frauenrechte dürfen an dieser Stelle meines Erachtens aber nicht den Ausschlag geben und vor Kinderrechten gehen. Die UN Kinderrechtskonvention gilt auch in unserem Land!

Heute ist es sehr leicht, den Mann aus den Bereichen Vaterschaft und Familie auszuschließen und es gelingt Frauen und Müttern schnell ihn ´"den Tisch zu ziehen", wie es der Volksmund formulieren würde. Abserviert und ausgenommen vegetiert so mancher Vater vor sich hin. Fragen Sie mal obdachlose Männer nach ihrem Lebenslauf. Wenn man nachhakt, dann wird oft davon berichtet, dass die Scheidung der wirtschaftliche und soziale Knick war, von dem der Mann sich nicht mehr erholen konnte.

 


Männer nehmen fremde Hilfe nicht so gern an, heißt es oft. Das stimmt nicht, denn bei einer Scheidung sagen mehr als die Hälfte der Männer, sie hätten sich professionelle Hilfe geholt. Die meisten allerdings beim Rechtsanwalt und beim Jugendamt, wo der Bock möglicherweise zum Gärtner gemacht wird. Je niedriger das Bildungsniveau des Mannes ist, desto eher nimmt er die Hilfe des Jugendamtes in Anspruch, was unter Umständen ein fataler Fehler gewesen sein kann und in bösen Erfahrungen endet. Es gibt erfahrene Männer, die anderen Männern dringend abraten sich an Jugendämter zu wenden. Vielleicht macht mancher Mann im Amt deshalb böse Erfahrungen, weil hier Menschen arbeiten, die sich mit der Dichotomie böser Mann- gute Frau arrangiert haben? Manche neigen ja manchmal zu einfachen Denkmustern, um sich die Dinge erklärlich zu machen. Aber das ist nur so eine Vermutung, die noch evaluiert werden müsste.


Männer wollen zunehmend gleichberechtigt an den wesentlichen Lebensentscheidungen in der Familie beteiligt werden. Sie wollen sich auf ihre Vaterschaft vorbereiten können und nicht überrumpelt werden. Sie wollen Verantwortung für das Kind übernehmen und das muss gelernt und vorgelebt sein. Doch, woher kommen die Vorbilder, wenn man mit dem eigenen Vater hadert und es zu wenig Anschauungsmaterial im persönlichen Umfeld gibt?


Obwohl der Mann in seiner Vaterrolle eine genauso große Bedeutung hat, wie die Frau in ihrer Mutterrolle, spielt er oft eine Nebenrolle, schlimmstenfalls ist er nur Statist. Ein Handlanger der schnell mal hinter die Bühne geschickt wird. Gut, gegenwärtig erfahren Männer ein bisschen mehr Aufmerksamkeit in ihrer Rolle als Väter und sie scheinen zunehmend Gegenstand des wissenschaftlichen und öffentlichen Interesses zu werden. Seit meiner Abberufung scheinen Väter und Männer etwas mehr öffentliche Aufmerksamkeit zu erhalten. Das freut mich. Es muss sich aber noch erweisen, welchen Ursprungs diese Gemengelage ist und ob sie nachhaltigen Bestand haben wird.
Väter treten heute früher ins Leben der Kinder ein, bereits vor der Geburt und wenn es gilt die Windeln zu wechseln. In der Berichterstattung über Familien wird allerdings viel zu oft gleich ganz auf die Darstellung und Meinungsäußerung des Mannes und Vaters verzichtet. Mich ärgert es mittlerweile, wenn über Familienthemen und Familiendramen einseitig parteilich berichtet wird und Väter nicht zu Wort kommen.


Selten ist die Rede von der ´Ernährerfalle´ in die Männer geraten können, wenn Familienzuwachs gekommen ist. Überaus häufig wird aber von Transferleistungen an alleinerziehenden Frauen berichtet.

Wenn die Frau weniger verdient als der Mann, dann hat er oft keine Wahl, verzichtet auf einen zufriedenstellenden Umgang mit dem Kind und verdient den Lebensunterhalt für die Familie. Solchen Männern wird manchmal sogar noch vorgehalten, sie würden sich aus der Verantwortung für Hausarbeit und Kindererziehung stehlen, weil sie im Job bleiben und sogar Überstunden leisten, um die wirtschaftliche Existenz der neuen Familie sichern zu können. Die Lösung scheint recht einfach. Bringen beide Partner gleich viel Lohn oder Gehalt mit nach Hause, dann ist der Haushalt ausgeglichen. Aber das ist eine Rechnung, die in wenigsten Familien aufgeht und oft ohne das Kind gemacht wird. Also wird man wohl verhandeln müssen und in jeder Familie nach einer eigenen Lösung suchen.


Hat eine Akademikerin mit einem Handwerker ein Kind, dann besteht für den Mann eine Möglichkeit aus der Ernährerfalle herauszukommen. Allerdings sitzt dann die akademisch gebildete Frau dort drin. Eine in wirtschaftlich sehr gut aufgestellten Haushalten gern praktizierte Lösung ist es, dass beide Elternteile weiterhin arbeiten gehen und eine Nanny in Zusammenarbeit mit Kindergarten und Schule die Betreuung und Erziehung der Kinder übernimmt. In solchen Familien gelingt es sogar die Geburtenrate deutlich zu steigern und drei und mehr Kinder aufzuziehen.


Die Rolle des Alleinverdieners wird für Frauen und Männer aber durch prekäre Arbeitsstellen und Diskontinuität der Jobs mehr und mehr zur Phrase. Immer mehr Frauen erleben hautnah auch die Last überwiegend für eine Familie sorgen zu müssen. Die wirtschaftlichen Lasten sind noch lange nicht gleichmäßig verteilt, geht das überhaupt?
Heute müssen sich junge Männer mit der Rolle des Vaters stärker auseinandersetzen. Sie wollen der Familie ein Heim bieten, den Lebensunterhalt verdienen, den Arbeitsplatz und das Einkommen entsprechend sichern, sich Zeit für Kinder nehmen, Kinder betreuen und beaufsichtigen. Das klingt schön, aber, könnte das nicht zu der gleichen Überlastung führen, wie wir sie bei den Müttern bereits seit Jahren beklagen? Vielleicht ist es ja unmöglich Beruf und Kinder wirklich unter einen Hut zu bringen, weil Kinder zwar ein wirtschaftlicher Faktor sind, aber eben auch weit mehr als das.


Die meisten Väter lieben ihre Kinder. Sie wollen Zeit mit ihren Kindern verbringen, sie aufwachsen sehen und sich an ihrer Erziehung beteiligen. Sie wollen sich auch mit ihrer Liebe und ihrer Persönlichkeit in die Beziehung zum Kind einbringen können. Kinder brauchen ihren Vater dringend für eine gesunde Entwicklung. Wer mag das heute noch in Frage stellen und allein die Mutterschaft hochjubeln? Väter und ihr Vorbild fehlen wo wir hinschauen. Es gibt Untersuchungen von Kriegskindern, die vaterlos aufgewachsen sind. Sie hatten signifikant stärkere psychische Probleme. Die 68´er suchten ideologisch idealisierte Ersatzväter und trugen eine tiefe Enttäuschung am Mann und Vater mit sich herum wie es Prof. Franz von der Uni Düsseldorf auf einem Männerkongress formulierte.

Heute glaubt man, mehr Erzieher und Lehrer könnten Jungen helfen Verhaltensprobleme zu verringern und ihre Lernbereitschaft stärken. Man glaubt der abwesende Vater sei durch einen Dritten ersetzbar. Ist das aber wirklich so? Kennen Sie Untersuchungen zum Einfluss von professionellen Frauen und Männer auf Bildung und Betreuung von Kindern? Ich bekomme Zweifel an solchen Aussagen, je mehr ich mich mit diesen Dingen beschäftige. Ein Vater ist ein Vater, ist ein Vater.


Fast jeder kennt einen geschiedenen oder getrenntlebenden Vater, der sich von der Mutter seiner Kinder dominieren lassen muss, um den Kontakt zum Kind nicht zu verlieren. Väter haben viele Schwierigkeiten wenn die Familie zerbricht. Weil das Kind meist bei der Mutter seinen Wohnsitz hat, sitzt er allein und kann seinem Kind keine Gute-Nacht-Geschichte vorlesen. Seine Väterlichkeit entfaltet sich minimalistisch, weil die Möglichkeiten seines Umgangs mit dem Kind oft noch weit eingeschränkter sind, als jene der Mutter. Wohin mit dem Stau an Liebe, aber auch Ärger darüber, nicht Vater sein zu können, wie der Mann es sich wünschte?


Das Gerichtsverfahren ist ein Trauma. Wir lassen zu, dass Gerichte sich das Familienleben aneignen. Da sagt dann ein erwachsenes Scheidungskind ´Armer Papa, du wurdest durch den Fleischwolf gedreht und aus dir wurde Hackfleisch gemacht´. Diese Erfahrungen können für alle traumatisierend sein. Manch ein Mann mag danach keine Beziehung mit einer Frau mehr eingehen. Die Reform des Unterhaltsrechtes wurde auch deshalb vollzogen, damit geschiedene Männer materiell eine zweite Chance auf Familiengründung haben. Es ist noch nicht lange her, da zahlte ein Mann ein Leben lang für eine Frau, die sich an die finanzielle Nabelschnur legen ließ.


Das Leid unserer Männer, Jungen und Väter sollte endlich öffentlich genauso wahrgenommen werden, wie die Überforderungen alleinerziehender Mütter. Wir müssen gesamtgesellschaftlich darauf angemessen reagieren. Ich meine, hier brauchen auch Männer Hilfe!


Inzwischen wird Männern vorgeworfen sie würden so tun, als wären sie Opfer. Warum so tun? Meiner Meinung nach sind sie es auch. Die Opferrolle ist kein Privileg der Frau und ich sehe keinen Grund, eine mögliche Opferschaft der Frau aufzuwerten und die des Mannes kleinzureden. Opfer bleibt Opfer, unabhängig des Geschlechtes muss geholfen werden. So interpretiere ich jedenfalls das Leitbild einer demokratischen, sozialen und christlichen Gesellschaft. Mir haben Männer über Gewalterfahrungen berichtet, die von Frauen gegen sie ausgeübt wurde.

Ein Vater sitzt mit dem Kind auf dem Schoß im Auto, während die in der offenen Fahrertür stehende Frau auf ihn einprügelt. Ein anderer schildert, dass seine Partnerin ihn schlägt und er sich nicht wehren kann, dagegen aber die Prügel vorbehaltlos einsteckt, unfähig jeder Abwehr. Eine Großmutter berichtet, dass ihr Sohn von der Schwiegertochter geschlagen wird, die Brille sei dabei zu Bruch gegangen und das Gesicht zerkratzt. Eine Bierflasche sei zerbrochen worden, mit der der Mann bedroht wurde. Und eine Tochter berichtet weinend, sie sei mit dem alten Vater gerade von der Polizeiwache gekommen. Sie hätten die derzeitige Lebensgefährtin des Vaters anzeigen wollen. Diese hätte dem Vater schon die Finger gebrochen würde ihn regelmäßig schlagen.


Gewalt von Frauen gegen Männer ist kein Ammenmärchen und auch kein Kavaliersdelikt. Ein Youtubevideo zeigt eindringlich wie das aussehen kann. Eine gestellte Situation, in der ein Mann öffentlich auf einer Parkbank von einer Frau angeschrien, beschimpft und auch geschlagen wird. Fast alle Passanten gehen daran vorbei, einige lächeln wohlwollend. Auf Nachfrage meint ein Passant, der Mann wird es wohl verdient haben. Ich frage mich, was Männer gegenüber Frauen manchmal so wehrlos macht.
Ein Mann kann durch eine Frau und wegen einer Frau leiden und gesundheitlich zu Schaden kommen, weil er Mensch ist, verletzungsoffen oder abhängig. In Studien wurden Männer und Frauen befragt, ob sie im vergangenen Jahr Gewalt gegen die Partnerin/den Partner ausgeübt hätten. Das Ergebnis ist ernüchternd, weil nahezu gleich und deutlich hoch. Eine Studie des BMFSFJ ´Gewalt gegen Männer´ kommt genauso zu hohen Zahlen wie eine darauffolgende Studie von Peter Döge. In Berliner Polizeidienststellen gehen immer mehr Anzeigen geschlagener Männer ein, weit über 20 %.


Wenn der unter häuslicher Gewalt leidende Mann auch Vater ist, dann wird es ein großes Problem für die Familie. Die Mutter kann sich ins Frauenhaus flüchten, aber wohin geht der Vater? Ein Mann ruft mich an. Er lebt seit mehr als zwanzig Jahren mit einer Frau, die immer wieder zuschlägt. Er sagt, er kann nicht mehr, er weiß aber nicht was er machen soll. Wenn er sie verlassen würde, dann wäre es ihr Untergang, erklärt er mit, denn sie sei auch alkoholabhängig. In puncto häuslicher Gewalt müssen wir vielleicht neu denken und anders diskutieren.


Auf Männern lastet zunehmend ein normativer Druck der sich auch aus der sogenannten ´Väterforschung´ ergibt. Insbesondere versucht die Psychologie zu beweisen, dass Väter ´gute Mütter´ sein können. Es kommt mir überhaupt so vor, als wenn wir uns tatkräftig bemühten ein neues Männlichkeitsbild zu entwickeln. Was wird vom Manne abschließend übrig bleiben? Wir sind auf dem Weg der Dressur des Mannes weit fortgeschritten. Männer müssten ihre Männlichkeit aber vorbehaltlos selbst definieren dürfen, finde ich.


In der leidvollen Wahrnehmung dieser Entwicklungen um Väter und Mütter, findet sich der Nährboden auf dem auch Väterarbeit politisch relevant wird. Ein ´Väterrechtler´ sollte kein Schimpfwort sein. Es hilft doch der Familie und letztlich auch der Frau sich für die Rechte von Vätern und Männern einzusetzen. Väterpolitik zu betreiben bedeutet Eintritt in die Männerpolitik zu erhalten und diese sollte obligatorischer Teil der Sozial- und Gesundheitspolitik sein. Männerpolitik muss Einlass in alle relevanten Politikbereiche finden, also auch in die Gleichstellungspolitik.

Männer, Väter und Jungen haben heute nur wenige Advokaten, nur wenige Menschen, die sich für ihre Sache einsetzen. Zu schnell wird als frauenfeindlich registriert, was männerfreundlich gedacht ist. Dennoch hat sich Männerforschung konstituiert. Sie unterwirft sich aber leider viel zu oft voreilig der Frauenforschung, indem sie sich an dem Selbstverständnis und den Kategorien feministischer Wissenschaft und frauenpolitischer Forderungen orientiert. Männerforschung läuft damit Gefahr an den pragmatischen Bedürfnissen realer Männer vorbei zu laufen und droht auf diese Weise kontraproduktiv zu werden.
Für Diskriminierungen von Müttern und Frauen sind wir sensibilisiert und seit Jahren engagiert etwas dagegen zu tun. Misandrie und Männerfeindlichkeit, die Abwertung von Männern, Vätern und Jungen wird dagegen oft nicht als das wahrgenommen was es ist –  eine Diskriminierung aufgrund des Geschlechtes.

Ich danke Ihnen für Ihre Aufmerksamkeit

 

http://geschlechterdemokratie.files.wordpress.com/2013/01/offener-brief.pdf

Lieber Herr B., (politischebildung@asta.uni-mainz.de),

wie versprochen schicke ich Ihnen eine Email auf Ihre Fragen und Diskussionsbeiträge während meines Vortrages ´Diskriminierung von Müttern und Vätern´ im Januar 2013 an der Uni Mainz auf Einladung des dortigen Elternreferates.

Mich hat es sehr gefreut wieder von einer Uni eingeladen worden zu sein, weil ich glaube, dass es an der Zeit ist in der Themenlage für die ich stehe, auch eine offene wissenschaftliche Diskussion zu führen. Mir kommt es nämlich so vor, als ob es an Universitäten hierzulande in dieser Thematik nur eine Wahrheit geben soll. Ich weiß von Wissenschaftlern, die ihre Erkenntnisse, Daten und Schlussfolgerungen zur Sache nicht mehr frei äußern, weil es berufliche und private Repressalien gab, sie bedroht, belästigt und diffamiert wurden. Das finde ich bedenklich.

Mir kam es während meines Vortrages so vor, als hätten Sie sich an diesem Abend der Fraktion der Störer und Randalierer angeschlossen. Ich setze diese Email auf meinem Blog, weil ich all jene jungen Leute ansprechen möchte, die ähnlich wie Sie, Herr B., auftreten und schreiend und lärmend Sätze unhörbar machen wollen, die Ihnen nicht passen. Nicht nur dass, Sie versuchen sogar Redner gar nicht erst auftreten zu lassen, indem Sie sich und Drohgebärden bereits im Vorfeld inszenieren. Hegen Sie die Hoffnung, dass eingeladene Gäste wieder ausgeladen werden, weil Sie Ihnen nicht gefallen? Hoffen Sie, dass eingeladene Gäste aus Sorge um ihre körperliche Unversehrtheit womöglich von sich aus absagen? Das ist mehr als unfair und unhöflich.

Sie wollen Beweise für das, was ich äußere, aber versuchen sich gleichzeitig durch Buhrufe während meines Vortrages und lächerlich machen meiner Person gegen Inhalte des Vortrages abzuschotten und hart zu machen. Das finde ich bemerkenswert.

Sie wissen doch, Herr B., dass es mit den ´Beweisen´ auch so eine Sache ist. Selbstverständlich könnte ich in meine Vorträge Studien und Zahlen einbauen, ich habe aber bisher immer bewusst darauf verzichtet. Es geht mir nämlich vordergründig um die menschlichen Aspekte und nicht darum mit einer wissenschaftlichen Abhandlung oder Studie zu glänzen, die wiederum durch eine andere wissenschaftliche Abhandlung oder Studie dementiert werden wird. Ich verzichte auch bewusst und überwiegend auf die Nennung von Wissenschaftlern, mit denen ich mein Anliegen für Studenten salonfähig machen könnte. (s.o.)

Dagegen wähle ich die einfache Sprache und die Begegnung von Mensch zu Mensch. Für mich ist das im Moment der richtige Weg, denn ich möchte, dass auch Menschen, die fern Ihrer Bildung und Ihrer politischen und ideologischen Ausrichtung stehen, verstehen können, was ich sagen möchte.
Ich bin nämlich der festen Überzeugung, in unserer Gesellschaft eine große Ungerechtigkeit gegenüber Jungen, Männern und Vätern zu erkennen. In meiner Wahrnehmung sehe ich, viele Menschen mit männlichem Geschlecht verunsichert, lächerlich gemacht, im Abseits und darunter leidend. Darüber möchte ich sprechen.
Als junger Mann mit Abitur und Immatrikulationsbescheinigung traue ich Ihnen so viel Sachverstand zu, dass ich mir sicher bin, Sie finden Möglichkeiten meine Argumente mit Zahlen, Daten und Fakten zu belegen. Es ist Ihnen ja auch gelungen Argumente dagegen zu finden und diese lauthals zu artikulieren.

Ich wünschte mir, dass Sie objektiv bleiben könnten und lernen würden mehr auf Ihr eigenes Herz zu hören, als auf die Ideologien anderer. Ist es Ihnen unmöglich die Erfahrungsberichte von Menschen ohne politische und ideologische Scheuklappen in sich aufzunehmen?

Mir ging es als junge Frau nicht anders. Ich habe dazugelernt, weil ich bereit war mich von der Idee es gäbe nur (m)eine Wahrheit zu verabschieden. Es ist lediglich gesunder Menschenverstand, ein Mindestmaß an Menschlichkeit und Einfühlungsvermögen erforderlich, um das zu erreichen.
Ich bleibe Ihnen schuldig, was Sie eingefordert haben. Vielleicht habe ich Ihnen aber etwas geschenkt, das viel wertvoller ist.
Mit den besten Wünschen
Monika Ebeling

Ein Gedanke zu “Gleichberechtigung und Diskriminierung bei Väter und Mütter…

  1. Sehr geehrte Frau Ebeling,

    Mit Hochachtung habe ich Ihren Beitrag gelesen und bin von Ihrem Engagement den Männern gegenüber begeistert.

    Auch ich habe 4 Gerichtsverhandlungen wegen Umgangsrecht hinter mir, mit dessen Urteilen ich mir nur den Arsch abwischen kann, da sich die Kindsmutter nie an irgendetwas gehalten hat bzw. halten musste, da sie keine Sanktionen zugesprochen bekam.

    Diese Zeit hat mich psychisch krank gemacht, welches ich immer noch bin.

    Meine beiden Kinder im Haushalt müssen dieses jetzt täglich mitbekommen, welches für die Kids nicht immer einfach ist. Selbst der Kontakt zu meinen Eltern ist wegen dieser Person abgebrochen.

    Wie sie sehen zerstören solche Frauen nicht nur das Leben der Männer und Väter, sondern auch das Leben ganzer Familien.

    Mehr kann ich heute dazu nicht schreiben, muss erstmal ihren Beitrag hier verdauen und nur alle Frauen aufrufen, sich einmal der Thematik Mann und Vater anzunehmen.

    Das Leben könnte so schön sein.

     

    Hochachtungsvoll Andreas Große

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