FrAUen sind nun mal anders gut als Männer- besonders im rechnen (unberechenbar berechnend)

(eingestellt: ohmannohjens 02.10.10.)

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Abgewirtschaftet

Leicht verrechnet

Von news.de-Redakteur Christian Mathea

Der satirische Wochenrückblick von 02.10.2010

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Rechnen ist schwer. Davon kann das Team von Ursula von der Leyen ein Lied singen. Aber zum Glück geht es im Arbeitsministerium immer nur um kleine Beträge, da sind Fehler hier und da auch gar nicht so schlimm. Wichtig ist eher, dass das Ergebnis der Gleichung irgendwie nachvollziehbar ist:

Kleiner gleich 5 Euro musste rauskommen.

Und wenn da bei der Zeile

Nachrichtenübermittlung auf dem einen Blatt 39,96 und auf einem anderen 31,96 Euro steht:

Wen interessiert das schon?

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Optimierung vs. Wahrscheinlichkeitsrechnung

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Mathematisch etwas sattelfester als ihre Kollegen im Arbeitsministerium sind die Mitarbeiter des Umwelt- und Wirtschaftsministeriums, besonders im Optimierungsrechnen sind sie unschlagbar. Bei den Einnahmen

für die Laufzeitverlängerung der Atomkraftwerke kommen sie auf jährlich 2,3 Milliarden Euro

nachdem alle Variablen maximiert wurden.

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Ja in der Schule, da hätte es für eine solche Schlamperei schon mal ein paar Punkte Abzug gegeben. Aber es geht im Arbeitsministerium nicht um Zensuren, sondern bloß um arme Hartz-IV-Empfänger. Da drückt Ursula von der Leyen auch mal ein Auge zu.

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Sie sucht sich halt die richtigen Zahlen raus, so flexibel muss man als Minister heutzutage schon mal sein. Ansonsten wäre es auch schwer, in diesem Jahr rein rechnerisch die 3-Millionen-Grenze bei den Arbeitslosenzahlen zu knacken, wie sie es vor hat. Dafür nimmt Frau von der Leyen einfach ein paar Personengruppen aus der Statistik raus – sagen wir mal die Fortzubildenden, die Ein-Euro-Jobber und die Aufstocker, die Verbliebenen werden noch in die Billigjobs gescheucht, eben solange bis die drei Millionen-Grenze unterschritten ist. Das ist politische Statistik, eine Disziplin, für die es einen Nobelpreis geben sollte.

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Das Problem: Wer gut in Optimierung ist, der schwächelt öfters in Stochastik. Denn die Wahrscheinlichkeit dafür, dass alle Meiler wirklich kontinuierlich gut ausgelastet weiter laufen wie bisher und nicht mal hier und da ein klein wenig Pause wegen eventueller Sicherheitsprobleme einlegen müssen, tendiert aufgerundet etwa gegen Null. Ach übrigens, sollte nicht der Anteil der erneuerbaren Energien gegenüber den anderen Energiequellen weiter ausgebaut werden? Oder spielt das in der Rechnung keine Rolle?

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Wenigstens Angela Merkel beherrscht die Mathematik in all ihrer Vollkommenheit – als Naturwissenschaftlerin muss sie das ja auch. Deshalb hat sie auch die große allumfassende Formel aufgestellt, nach der der Reichtum maximiert werden soll. Und sie ist auf dem richtigen Weg. Damit die Zahl der Millionäre in Deutschland noch weiter steigt, muss das Geld gut verzinst werden. Natürlich muss dafür der Bankensektor in guter Verfassung sein. Und eine Reichensteuer? Ein unnötiger Umverteilungsfaktor auf dem Weg zur Reichtumsmaximierung.

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Was guten Mathematikern und Naturwissenschaftlern leider öfters fehlt: Empathie, also Einfühlungsvermögen. Kopfmenschen wie Angela Merkel haben es eben öfters schwer einzuschätzen, was bei den Menschen gut ankommt. Jahrelang hat die Bundeskanzerlin gezeigt, wie es aussieht, wenn man die Demokratie im eigenen Kopf lebt. Sie dachte eben, mit einem stetigen Abwägen könnte sie punkten.

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Doch irgendjemand muss ihr wohl mal verraten haben, dass die Menschen nach einer Konstante und nicht nach einer Variable suchen. Und prompt hat sich die Bundeskanzerlin für eine Seite entschieden: Spätestens seit dieser Woche hat sich die eiserne Merkel aus ihrem Kokon entpuppt und gleich eine neue Opfergruppe ausgemacht, die Mieter. Aber in ihrer neuen Rolle passieren ihr schon mal Logikfehler. Denn

warum jetzt Mieter einen Großteil der Kosten der Energiesanierung der Häuser tragen sollen,

verstehen vielleicht die Eigentümer selbst, ein Großteil der Bevölkerung nicht.

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Wer sich in Deutschland jedoch am meisten verrechnet hat, sind die Planer und Befürworter des Bahnhof-Projektes «Stuttgart 21». Nur knapp vier Milliarden Euro höher als geplant sollen die Kosten für den Bau liegen. Aber das macht ja nichts. Das sind doch ohnehin zum größten Teil Steuergelder. Außerdem wird doch ein riesiges Konjunkturpaket über Süddeutschland ausgeschüttet.

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Wer konnte denn mit einem derart starken Widerstand rechnen? Da wird schon mal an einer Stelle nicht gespart, sondern geklotzt und trotzdem stellen sich die Menschen dagegen?

Na egal, Wasserstrahl drüber.

Hauptsache ist doch, das Ergebnis am Ende stimmt. Und das lautet: Eine sechs Milliarden Euro teure Tiefbahnhofanlage, plus mehrere Millionen Euro Einnahmen für den Verkauf der Immobilien multipliziert mit schönen neuen Glas-Betonbauten im Herzen Stuttgarts – na, wenn das kein Wohlstandsplus ist.

Quellennachweis:

http://www.news.de/wirtschaft/855075650/leicht-verrechnet/1/

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