In den Schulen von Litauen darf es demnächst keine „positiv gefärbten“ Darstellungen von Homosexualität mehr geben…./ Bei einer Krise könnte die Emanzipation der Schwulen hinweggefegt werden

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…Das Parlament der baltischen Republik verabschiedete am Dienstag mit großer Mehrheit ein „Moralgesetz“, dass Kinder und Jugendliche vor „schädlichen Informationen“ schützen soll. Dazu zählen nach dem neuen Gesetz auch positive Äußerungen über Gewalttaten, Glücksspiele, „ausfällige Sprache“ und schlechte Ernährung.

Das Gesetz solle „die Grundlage für eine geistig gesunde neue Generation legen“, erklärte ein Parlamentarier der nationalkonservativen Partei „Für Ordnung und Gerechtigkeit“.

Weitere Gesetze gegen die positive Darstellung von Homosexualität sind in Vorbereitung.

Das Parlament hatte im Juni schon einmal für das Gesetz gestimmt, war aber am Veto des Staatspräsidenten Valdas Adamkus gescheitert. Seine Nachfolgerin Dalia Grybauskaite hat nach der zweiten Abstimmung im Parlament nun keine Handhabe mehr gegen das Gesetz.

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Quelle und weiter lesen:

http://blog.aidshilfe.de/2009/07/15/aktuell-litauen-verbietet-schulaufklarung-uber-homosexualitat/

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Das Gesetz solle „die Grundlage für eine geistig gesunde neue Generation legen“, erklärte ein Parlamentarier der nationalkonservativen Partei „Für Ordnung und Gerechtigkeit“.

Das Parlament hatte im Juni schon einmal für das Gesetz gestimmt, war aber am Veto des Staatspräsidenten Valdas Adamkus gescheitert. Seine Nachfolgerin Dalia Grybauskaite hat nach der zweiten Abstimmung im Parlament nun keine Handhabe mehr gegen das Gesetz.

Aktivisten und Menschenrechtsorganisationen setzen darum auf juristischen Widerstand, sowohl auf nationaler wie auf europäischer Ebene. Das Gesetz ist möglicherweise nicht mit der Litauischen Verfassung vereinbar und dürfte auch mit EU-Gleichbehandlungsrichtlinien sowie der europäischen Menschenrechtskonvention in Konflikt stehen.

Human Rights Watch sieht das “Moralgesetz” als „reaktionäres und gefährliches Zensurgesetz“. Amnesty International urteilt, es beraube Jugendliche ihrer Informations- und Meinungsfreiheit, statt sie zu schützen.

Hinzuzufügen wäre noch: Auch der HIV-/Aids-Prävention in Litauen würde das neue Gesetz schweren Schaden zufügen, sollte es tatsächlich wie geplant am 1. März 2010 in Kraft treten.

Die litauische Homoorganisation LGL sieht das neue Gesetz als „institutionalisierte Homophobie“ und zeigt sich zugleich „tief betroffen“ davon, dass im Herbst über weitere schwulen- und lesbenfeindliche Gesetzesänderungen beraten werden soll. Das litauische Parlament erwäge, jede Form der positiven Darstellung von Homosexualität in der Öffentlichkeit mit Sozialarbeit, Geldstrafen oder sogar Haft zu bestrafen.

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Auszug aus

http://de.wikipedia.org/wiki/Homosexualit%C3%A4t_in_Litauen:

Homosexualität in Litauen

 

Eine kleine homosexuelle Community findet sich aufgrund der geringen Bevölkerungsdichte des Landes nur in Vilnius, Kaunas und Klaipėda. 2010 kam es zum ersten Baltic-Pride in Vilnius mit 300 Teilnehmern. Die Veranstaltung war ursprünglich verboten worden. Zwei Tage vor der Demonstration hob der oberste Gerichtshof Litauens das entsprechende Verbot auf. Zu den Teilnehmern gehörten auch Schwedens Europaministerin Birgitta Ohlsson und der Bundestagsabgeordnete Volker Beck. Es kam zu einer Gegendemonstration mit 2.000 bis 3.000 Demonstranten. Auf Grund von Angriffen auf die Demonstration löste die Polizei die Gegendemonstration auf

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Quelle und Auszüge:

http://blog.aidshilfe.de/2011/04/06/von-sexueller-erregung-und-vernunftiger-berechnung/

 

6. April 2011 von Gastbeitrag

Sexualforschung hat für den Arzt und Soziologen Volkmar Sigusch immer auch eine politische Dimension. Sein neues Buch „Auf der Suche nach der sexuellen Freiheit“, eine Sammlung von Interviews sowie Zeitschriften- und Zeitungsbeiträgen, schlägt den Bogen von der Missbrauchsdebatte der jüngsten Zeit über die Emanzipation von Homosexuellen bis hin zur Geschichte von HIV und Aids. Mit dem Autor sprach Axel Schock

 

Sie beschreiben die Lesben- und Schwulenbewegung als Lehrstück in Sachen Emanzipation. Die vollständige Anpassung und Integration sehen viele Homosexuellenaktivisten allerdings bereits auch als einen ersten Schritt hin zum Verschwinden einer schwulen Identifikation. In der Masse wird das Besondere nicht mehr erkennbar sein. Teilen Sie diesen Eindruck?

Sigusch: Ich bin da hin- und hergerissen. Einerseits ist es eine emotionale und soziale Entlastung, wenn man/frau einfach homosexuell sein kann. Andererseits geht sicher auch Besonderes verloren durch die Banalisierung und Eingemeindung. Besonderes kann man/frau aber auch ganz unabhängig von sexuellen Vorlieben entfalten.

Sie waren maßgeblich an der Liberalisierung des Anti-Homosexuellen-Paragrafen 175 beteiligt. Worüber sind Sie in der politischen und gesellschaftlichen Entwicklung in Sachen Homosexualität im letzten Jahrzehnt positiv überrascht, in welchen Punkten enttäuscht worden?

Da steht im Zentrum das Lebenspartnerschaftsgesetz. Erfreulich ist der Gewinn für ansonsten sozial schlecht gestellte Partner und der Schutz für ansonsten aus dem Land gedrängte ausländische Partner. Ärgerlich ist das politische Feilschen um die Distanz zur heterosexuellen Ehe, die ja kulturell nicht mehr die tonangebende Lebensform ist.

Sigusch: Wir haben inzwischen offen Homosexuelle in politischen Führungspositionen und offen schwule und lesbische Prominente. Homosexuelle scheinen in der Mitte der Gesellschaft angekommen und akzeptiert. Für wie stabil halten Sie diese Situation? Könnte die Stimmung der Mehrheitsgesellschaft auch schnell wieder ins Gegenteil kippen?

Bei einer Krise könnte die Emanzipation der Lesben und Schwulen hinweggefegt werden

Sigusch: Ja, das fürchte ich. Bei einer großen Krise, wirtschaftlich oder politisch, brauchte nur ein die Massen faszinierender Rechtsradikaler zu kommen, um die bisher erreichte Emanzipation der Lesben und Schwulen hinwegzufegen, Lynchmorde inklusive. Die Massenreaktion auf Sarrazins rassistisch-nationalistische Behauptungen spricht für mich Bände. Und der nennt sich nach wie vor auch noch Sozialdemokrat.

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Ein Gedanke zu “In den Schulen von Litauen darf es demnächst keine „positiv gefärbten“ Darstellungen von Homosexualität mehr geben…./ Bei einer Krise könnte die Emanzipation der Schwulen hinweggefegt werden

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