Bei der staatlich verordneten Entwürdigung der körperlichen Verwendungsfähigkeit- Beschau des männlichen Sklavenmaterial, wird man/n mit voller Absicht traumatisiert. Auch wenn man/n schweigt, ist das der Bundeszwangswehr bekannt- nur so kann sie die Unterwürfigkeit ihres Schlachtviehes schnell erreichen…..

 ************************************************************

**************************

*****************

Quellennachweis:

www.stuttgarter-zeitung.de/stz/page/2628378_0_8682_-traumatisierung-bei-musterung-der-dienstliche-griff-an-die-koerpermitte.html&

 

Traumatisierung bei Musterung Der dienstliche Griff an die Körpermitte

 

Martin Gerstner, veröffentlicht am 15.09.2010
 

Foto: Stoppel

 

Stuttgart – Es gibt Themen, über die Männer nicht gerne reden. Meist berühren sie das Feld der Körpermitte mit allen Organen und Extremitäten. Zum Tabu wird diese Zone, wenn dem Mann die Kontrolle darüber verloren geht, neigt er doch von jeher dazu, das Körperliche zu funktionalisieren und im Idealfall heldisch zu verklären. Scham nach Kontrollverlust verbindet sich für Millionen von jungen Männern mit der Musterung, dem großen Initiationsritual der Bundesrepublik. Und obwohl es um den Dienst an der Waffe ging, fehlte von Heldentum jede Spur. Der Schriftsteller Alfred Polgar bezeichnete

die Musterung als Unmenschlichkeit und als ersten Gräuel des Krieges. In der Bundesrepublik der achtziger Jahre waren Kriege weit entfernt.

Es drohte der Gammeldienst in der Kaserne oder die ausbeuterische Routine der Kliniken und Altersheime, aufgelockert durch einige Eskapismen: rasende Fahrten mit dem Krankenwagen ohne dienstliche Veranlassung oder eilfertiges Anbändeln mit Klinikschwestern.

Oberflächlich betrachtet war die Musterung ein urdemokratisches, schichtüberschreitendes Prozedere. Alle waren gleich: Stramme Burschen, die ihre Brust herausdrückten, als sehnten sie sich nach der Ordensspange, gleichmütige apolitische Kettenraucher, langhaarige Atomgegner und verschreckte Bürgersöhne, die sich bis dahin nur im Badezimmer ihrer Eltern ausgezogen hatten. Sie alle durchliefen das Ritual der Tauglichkeitsprüfung, zelebriert in den schmucklosen Untersuchungszimmern der Kreiswehrersatzämter, in denen gleißende Neonröhren jede altersgemäße Hautunreinheit obszön sichtbar machten.

"Kursorische Zahnprüfung und die Kontrolle des Skeletts"

Wer den maskulinen Teil der Gesellschaft damals nach ästhetischen Kriterien kartografieren wollte, hätte nur einen Blick auf die Unterhosen werfen müssen. Anfang der 80er Jahre, als die geburtenstarken Jahrgänge die Schulen verließen, fast eine halbe Million Mann unter Waffen standen, als die Krankenhäuser, Obdachlosenunterkünfte und Jugendheime überschwemmt waren mit Zivildienstleistenden, war die Varianz der Männerunterkleidung begrenzt. Im Wesentlichen trug man weiß oder je nach Grad der Abnutzung grau, Feinripp kurz oder jene Boxershorts, die perfide Designer oft mit floralem Dekor versahen. Erst während der Untersuchung wurde klar, dass Blümchen einen fatalen und unwürdigen Kontrast zur Strenge des Rituals schufen. In den Wartezimmern gab man sich locker und selbstbewusst. Auf den Tischen lagen Zeitschriften, in denen rückstoßfreie Geschütze und Antipanzerminen detailliert dargestellt wurde. Man blätterte sich durch und wechselte einige Satzfragmente, um die lähmende Unruhe zu überspielen. "Na, gut auf den EKG vorbereitet?" – "EKG?" – "Kennst du nicht? Eierkontrollgriff. Wirst schon sehen." Dann wurde man in das Untersuchungszimmer gerufen. Hier konnte es geschehen, dass sich Unruhe in lähmendes Entsetzen verwandelte. Dann nämlich, wenn der potenzielle Rekrut nicht eines vierschrötigen Stabsarztes ansichtig wurde, dessen Eingriff in die Intimsphäre man in herzlicher Abneigung hätte über sich ergehen lassen können, sondern einer – schlimmstenfalls attraktiven – Ärztin. Feinripp und Boxer schienen sich zusammenzuziehen bis auf einen kleinen schwarzen Punkt im Universum. Hinter der Ärztin hingen ein Kreuz und der Bundespräsident. Im Wehrpflichtgesetz heißt es: "Die zu musternde Person wird gewogen, vermessen und nach Alkohol-, Zigaretten- und anderem Drogenkonsum befragt." Ob eine ehrliche Antwort die Ausmusterung nach sich gezogen hätte? Wohl kaum. Es folgten eine "kursorische Zahnprüfung und die Kontrolle des Skeletts." Dann bat die Ärztin um zehn Kniebeugen, eine gymnastische Disziplin, die bei Männern stark clowneske Züge annimmt. Spätestens jetzt wäre es an der Zeit gewesen, einen epileptischen Anfall zu inszenieren – man hatte ja den Felix Krull gelesen – oder Symptome einer Herzschwäche zu simulieren. Andere Tricks, der Tauglichkeit zu entgehen, waren bekannt: sich am Vortag besinnungslos zu betrinken, vier Liter Blut zu spenden oder Zucker in den Urinbecher zu schütten. Vergebens: Ausgemustert wurden nur Extremsportler, deren Herz dreimal so groß wie das des Untrainierten war, während der Ruhepuls knapp über der Leichenstarre lag, und diejenigen, die einen Arzt in der Familie hatten.

Wie stark die Traumatisierung war, ist schwer zu sagen

Für Simulanten war in diesem Moment ohnehin die Zeit abgelaufen. Mit einer knappen Handbewegung wurde man aufgefordert, sich des letzten schützenden Textils zu entledigen. Man tat wie geheißen, die Ärztin trat näher und . . . hier bedienen wir uns wieder des amtlichen Vokabulars: "Ein möglicher Leistenbruch wird diagnostiziert durch Anlegen von zwei Fingern auf Hoden oder Leisten, um durch kurzes Husten unerkannt gebliebene frühere Leistenbrüche festzustellen." Der Rekrut bückte sich, richtete sich auf, starrte nach vorne, wo Kreuz und Präsident hingen, weit weg von der eigenen Körpermitte. Er starrte. Er hustete. Er hörte wie durch eine Wolke das "Danke, Sie können sich anziehen", riss Feinripp oder Boxer hoch und stürmte aus dem Zimmer, als müsste er einen russischen Bunker erstürmen. Die anschließende Klassifizierung – T1 für "voll verwendungsfähig" bis T 5 für "nicht wehrdienstfähig" vollendete den Prozess, aus Männern Funktionseinheiten zu machen. Wie stark der Grad der Traumatisierung ist, den die Musterung in der männlichen Psyche hinterlassen hat, ist schwer zu sagen. Dem Vergessen behilflich war sicher der Nebel des chronischen Alkoholabusus in der Kaserne oder die eine oder andere gemeinschaftliche Nutzung damals noch illegaler Drogen während des Zivildienstes.

 

Was es für jene Ärztin bedeutet haben mag, geschätzte dreihundert Testikel und ihre Besitzer täglich auf deren Tauglichkeit zu untersuchen, kann ebenfalls nur vermutet werden.

 

Und wie viele Medizinerinnen noch heute durch die Klinikflure taumeln, die angesichts einer geblümten Boxershorts Schweißausbrüche bekommen – wir werden es nie erfahren.

 

*

Zeichnung:Jochen Mitanna

 

HOME: http://www.auxiliaris.org/

 

 

Ein Gedanke zu “Bei der staatlich verordneten Entwürdigung der körperlichen Verwendungsfähigkeit- Beschau des männlichen Sklavenmaterial, wird man/n mit voller Absicht traumatisiert. Auch wenn man/n schweigt, ist das der Bundeszwangswehr bekannt- nur so kann sie die Unterwürfigkeit ihres Schlachtviehes schnell erreichen…..

  1. Und das wundert sich der Staat, das unsere Vergewaltigte jugent. Immer mehr zu GeWald übergeht, einfach nur noch voll Idioten von Politiker Stasi 2.0 . Aber ihr müsst Eu das nicht gefallen lassen selbstbestimmungsrecht habt auch ihr.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.