22.08.10 Schafft den ZWANGS- Wehrdienst und den ZWANGS- Zivildienst ab!

(eingestellt: ohmannohjens)

22.08.10

*

Ökonomen beklagen Vergeudung von Talenten und Vernichtung von Arbeitsplätzen. Guttenberg will Einberufung von Rekruten aussetzen.

*

Foto: Christian Hahn Wie Maximilian Jones aus Berlin leisten viele Zivildienstler ihren Wehrpflichtersatz in Wohneinrichtungen für Senioren oder Schwerbehinderte
Von Günther Lachmann und Tobias Kaiser

Führende Wirtschaftswissenschaftler fordern eine Beendigung des Zivildienstes. Die Zwangsverpflichtung junger Männer für soziale Aufgaben vernichte Arbeitsplätze und sei eine finanzielle Belastung für die Volkswirtschaft, argumentieren sie. Anlass ihrer Intervention ist die von Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) angestoßene Debatte über die Zukunft der Wehrpflicht, an die der Zivildienst gekoppelt ist.

„Der Zivildienst führt zu Vergeudung von Talent und Ressourcen, er vernichtet außerdem Arbeitsplätze und führt zu Wettbewerbsverzerrungen“, sagte der Direktor am Max-Planck-Institut für Geistiges Eigentum, Wettbewerbs- und Steuerrecht, Kai Konrad. Er sei dafür, dass Krankenhäuser und Altersheime „den echten Preis für alle Arbeitskräfte“ zahlen müssten, die sie für die Leistungserstellung benötigten. „Und sie sollten solche Arbeitskräfte deshalb am offiziellen Arbeitsmarkt nachfragen.“ Ähnlich äußerten sich weitere Ökonomen, darunter der Direktor des Hamburgischen Weltwirtschaftsinstituts, Thomas Straubhaar. Zweifellos würden junge Männer beim Zivildienst „fürs Leben lernen“, sagte er dieser Zeitung. „Aber es ist politisch ungerecht und ökonomisch unklug, diesen Effekt per Zwangsdienst nur für ein paar ausgesuchte Männer einzufordern.“ Eine allgemeine Dienstpflicht für alle 20-Jährigen beiderlei Geschlechts hält Straubhaar auch für „keine gute Lösung“.

,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,

Ohne Zivildienstleistende müssten die sozialen Dienste zwar zunächst mit steigenden Kosten rechnen, räumte Harald Trabold von der Fachhochschule Osnabrück ein. „Aber langfristig werden die zusätzlichen Kosten durch Effizienzsteigerungen wieder aufgefangen.“

Aus bildungspolitischer Sicht hätte der Wegfall sogenannter Zwangsdienste Vorteile für die Volkswirtschaft, sagt der Münchener Bildungsökonom Ludger Wößmann. Solche Dienste unterbrächen die Ausbildungsphase junger Menschen, was in einigen Fällen zu niedrigeren Abschlüssen mit entsprechenden ökonomischen Auswirkungen führen könne.

FDP und CSU sehen Mängel im System

In der Politik ist es vor allem die FDP, die die Benachteiligung junger Menschen durch die bisherige Wehr- und Zivildienstpraxis während der Ausbildungsphase beklagt. „Wenn heute knapp 16 Prozent eines Jahrgangs einberufen werden, während die anderen ihre Ausbildung, ihr berufliches Fortkommen ungehindert betreiben können – dann ist etwas faul im Staate“, sagte der Parlamentarische Geschäftsführer der FDP-Fraktion, Jörg van Essen. Der Wehrexperte der Liberalen ist für eine Freiwilligenarmee ohne Wehr- und Zivildienst. Im Gegenzug müssten „Lösungen gefunden werden, um mehr reguläre Erwerbsarbeit bei den heutigen Beschäftigungsstellen des Zivildienstes zu schaffen“, meinte van Essen.

,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,

Auszüge und Quellennachweis:

http://www.welt.de/politik/article9128037/Schafft-den-Wehrdienst-und-den-Zivildienst-ab.html

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.