2004 tödliche "Fallbeispiele" der staatlichen Sklavenhaltung

(eingestellt:ohmannohjens) ******************************************************* ******************************** ***************††††††††††††††††††††††††††††††††††††††††††††††††††††††††††††† ††††††††††††††††††††††††††††††††††††††††† †††††††††††††††††††††††††††

2004

43 Tote 43 Tote 43 Tote

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Gerold Andräß

* Nun Bruder, stehst Du vor dem Tore und schweigend grüßt der Hüter der Schwelle. * Er reicht Dir seine Hand, die nie versagt und führt Dich die Stufen hinab zu den Quellen des Lebens. * Willkommen mein Bruder, spricht eine dunkle Stimme wie tönendes Erz. * Du bist nun erlöst von der Mühsal der Erde. Dein Geist ist befreit von den karmischen Banden. * Du stehst nun im Lichte des hohen Erkennens. * Und weise lächelnd grüßt Dich der große Demiurg. Eugen Grosche,  Gregor A. Gregorius 1888-1964 *

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Otto Bertram

* Frage * O Menschenherz, was ist dein Glück? Ein rätselhaft geborner, und, kaum gegrüßt, verlorner, unwiederholter Augenblick! Nikolaus Lenau 1802-1850 *

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Heinz Buchholz

* Dort, wo die Gedanken sind, da fand ich eine Stelle, an der die Ewigkeit beginnt und vor dieser Schwelle kam ich dann zum Stehen und wollt’ nicht weitergehen. * Dort, wo die Gedanken sind, da steh ich vor der Schwelle, dahinter Hier und Jetzt verrinnt, Finsternis und Helle sich ohne Zeit und Raum vereinen und gleichsam wichtig scheinen. * Dort, wo die Gedanken sind, will ich jetzt gerne bleiben. Wo ich so oft gewesen bin, nur einen Schritt noch weiter. Warum den Schritt nicht wagen? Worauf sollt’ ich noch warten? * Dort, wo die Gedanken sind, da steh ich vor der Schwelle, dahinter Hier und Jetzt verrinnt, Dunkelheit und Helle. Aus Lethes Wassern will Vergessen ich trinken und hinter der Schwelle Wahrheiten finden. * Dort, wo die Gedanken sind, da steh ich an der Stelle, an der die Ewigkeit beginnt und vor dieser Schwelle bleib ich nicht mehr länger stehen, ich werde einfach weitergehen. Ich schaffe es bestimmt! Es ist nur noch ein kurzes Stück. Von dort, wo die Gedanken sind, will ich nicht mehr zurück.

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Peter-Uwe Carstens

* Ein Wort Ein Wort, ein Satz – : aus Chiffren steigen erkanntes Leben, jäher Sinn, die Sonne steht, die Sphären schweigen, und alles ballt sich zu ihm hin. * Ein Wort – ein Glanz, ein Flug, ein Feuer, ein Flammenwurf, ein Sternenstrich – und wieder Dunkel, ungeheuer, im leeren Raum um Welt und Ich. Gottfried Benn 1886-1956 *

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Ingo Claar

* Jeder Weg ist nur ein Weg und es ist kein Verstoß gegen sich selbst oder andere, ihn aufzugeben, wenn Dein Herz es Dir befiehlt … Sieh Dir jeden Weg scharf und genau an. Versuche ihn so oft wie nötig. Dann frage Dich, nur Dich allein: … * …ist es ein Weg mit Herz? Wenn ja, dann ist es ein guter Weg; wenn nicht, ist er nutzlos. Carlos Castaneda 1925-1998 *

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Bernd Eschke

* Der vom inneren Lichte Erleuchtete erscheint im Licht der Welt dunkel. Der innerlich Fortschreitende erscheint rückschrittlich. Der innerlich Ausgeglichene erscheint unbrauchbar. Wer seinem höchsten Selbst vertraut, geht nach der Welt Meinung zugrunde. Wer rein bleibt, gilt als einfältig und dumm. Wer Kraft seines Selbst duldsam alles zu verstehen sich bemüht, gilt als charakterlos. Wer kraftvoll in seinem Selbst wurzelt, gilt als Eigenbrödler. Wer aus seinem Herzen lebt, gilt als unberechenbar. Lao Tse aus dem Tao Te Ching *

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Dieter Fischer

* Veränderte Welt * Die Menschheit ist dahinter kommen, Trotz aller Gaukelei der Frommen, dass mit dem Leben vor dem Grabe man endlich Ernst zu machen habe. Zerbrochen ist des Wahnes Kette, die Erde sei nur Übungsstätte, nur Voltigierbock sei das Leben, auf das Roß werde uns der Himmel heben. Auf freiem grünem Erdengrunde wird jeder bald schon hier,  zur Stunde, bevor das Grab ihn deckt mit Schollen, sein Rößlein weiden, tummeln wollen. Nikolaus Lenau 1802-1850 *

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Hans Peter Frahm

* Dort, wo die Gedanken sind, da fand ich eine Stelle, an der die Ewigkeit beginnt und vor dieser Schwelle kam ich dann zum Stehen und wollt’ nicht weitergehen. * Dort, wo die Gedanken sind, da steh ich vor der Schwelle, dahinter Hier und Jetzt verrinnt, Finsternis und Helle sich ohne Zeit und Raum vereinen und gleichsam wichtig scheinen. * Dort, wo die Gedanken sind, will ich jetzt gerne bleiben. Wo ich so oft gewesen bin, nur einen Schritt noch weiter. Warum den Schritt nicht wagen? Worauf sollte ich noch warten? * Dort, wo die Gedanken sind, da steh ich vor der Schwelle, dahinter Hier und Jetzt verrinnt, Dunkelheit und Helle. Aus Lethes Wassern will Vergessen ich trinken und hinter der Schwelle Wahrheiten finden. * Dort, wo die Gedanken sind, da steh ich an der Stelle, an der die Ewigkeit beginnt und vor dieser Schwelle bleib ich nicht mehr länger stehen, ich werde einfach weitergehen. Ich schaffe es bestimmt! Es ist nur noch ein kurzes Stück. Von dort, wo die Gedanken sind, will ich nicht mehr zurück. *

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Udo Fraske

* So wie das Meer den Erdenball umschlingt, Umschlingen rings das Erdenleben Träume; Die Nacht bricht an: mit tönendem Geschäume Das Element ans Ufer dringt. * Da ist sein Ruf: er läßt uns kein Besinnen Schon ist am Steg das Zauberboot erwacht, Die Flut schwillt an und trägt uns rasch von hinnen In grenzenloser Wogen Nacht. * Der Himmelsdom in Sternenruhmesgluten Blickt schauervoll empor vom tiefen Grund – Wir gleiten fort, des Abgrunds Flammenfluten Umlodern uns im ganzen Rund. Feodor Ivanovich Tjutcev 1803-1873 *

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Arndt Freiberger

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Eine Stimme, die uns vertraut war, schweigt. Ein Mensch, der immer für uns da war, lebt nicht mehr. Was uns bleibt sind Liebe, Dank und Erinnerung an viele schöne Jahre (Stunden). * Wir sind nur Gast auf Erden und wandern ohne Ruh' mit mancherlei Beschwerden der ew'gen Heimat zu. Georg Thurmair 1909- 1984

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Clemens Gruber

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Wir sind vom gleichen Stoff, aus dem die Träume sind, und unser kurzes Leben ist eingebettet in einen langen Schlaf.
Shakespeare 1564- 1616
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Jan Hillebrandt

* Ausgang Immer enger, leise, leise, Ziehen sich die Lebenskreise, Schwindet hin, was prahlt und prunkt, Schwindet Hoffen, Hassen, Lieben, Und ist nichts in Sicht geblieben Als der letzte dunkle Punkt. Theodor Fontane 1819-1898 *

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Norbert Hörmann

* Über alle Gräber wächst zuletzt das Gras, Alle Wunden heilt die Zeit, ein Trost ist das, Wohl der schlechteste, den man Dir kann erteilen; Armes Herz, Du willst nicht, dass die Wunden heilen. Etwas hast Du noch, solang es schmerzlich brennt; Das Verschmerzte nur ist tot und abgetrennt. Friedrich Rückert 1788-1866 *

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Norbert Hoyer

* Der Tod ist nichts, ich bin nur in das Zimmer nebenan gegangen. Ich bin ich, ihr seid ihr. Das, was ich für euch war, bin ich immer noch. Gebt mir den Namen, den ihr mir immer gegeben habt. Sprecht mit mir, wie ihr es immer getan habt. Gebraucht keine andere Redeweise, seid nicht feierlich oder traurig. Lacht weiterhin über das, worüber wir gemeinsam gelacht haben. Betet, lacht, denkt an mich, betet für mich, damit mein Name ausgesprochen wird, so wie es immer war, ohne irgendeine besondere Betonung, ohne die Spur eines Schattens. Das Leben bedeutet das, was es immer war. Der Faden ist nicht durchschnitten. Weshalb soll ich nicht mehr in euren Gedanken sein, nur weil ich nicht mehr in eurem Blickfeld bin? Ich bin nicht weit weg, nur auf der anderen Seite des Weges. Henry Scott Holland 1847-1918 *

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Konrad Huf

* Woher, wohin? Wo sich Ewigkeiten dehnen, Hören die Gedanken auf, Nur der Herzen frommes Sehnen Ahnt, was ohne Zeitenlauf. Wo wir waren, wo wir bleiben, Sagt kein kluges Menschenwort; Doch die Grübelgeister schreiben: Bist Du weg, so bleibe fort. Lass Dich nicht aufs neu gelüsten. Was geschah, es wird geschehn. Ewig an des Lebens Küsten Wirst Du scheiternd untergehn. Wilhelm Busch 1832-1908 *

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Markus Ilnseher

* Ehrgeiz Ich habe meinen Soldaten aus Blei Als Kind Verdienstkreuzchen eingeritzt. Mir selber ging alle Ehre vorbei, Bis auf zwei Orden, die jeder besitzt. Und ich pfeife durchaus nicht auf Ehre. Im Gegenteil. Mein Ideal wäre, Dass man nach meinem Tod (grano salis) Ein Gässchen nach mir benennt, ein ganz schmales Und krummes Gässchen, mit niedrigen Türchen, Mit steilen Treppchen und feilen Hürchen, Mit Schatten und schiefen Fensterluken. Dort würde ich spuken. Joachim Ringelnatz 1883-1934 *

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Wolfgang Kluss

* Was dann? Wo wird es bleiben, Was mit dem letzten Hauch entweicht? Wie Winde werden wir treiben – Vielleicht!? Werden wir reinigend wehen? Und kennen jedes Menschen Gesicht. Und jeder darf durch uns gehen, Erkennt aber uns nicht. Wir werden drohen und mahnen Als Sturm, Und lenken die Wetterfahnen Auf jedem Turm. Ach, sehen wir die dann wieder, die vor uns gestorben sind? Wir, dann ungreifbarer Wind? Richten wir auf und nieder Die andern, die nach uns leben? Wie weit wohl Gottes Gnade reicht. Uns alles zu vergeben? Vielleicht? – Vielleicht! Joachim Ringelnatz 1883-1934 * (die staatliche Gnade mein Leben zu leben, wurde mir verweigert….) *

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Thomas Kilian Koch

* Sie sterben – und die Toten kehren nimmer! Der Schmerz, sie zählend, sitzt an offner Gruft, Ein Jüngling-Greis, getrübt des Auges Schimmer – Wes sind die Namen, die er klagend ruft? Die Namen sind's der heimgegangnen Lieben- Tot sind sie all, nur ihre Namen blieben. Dies trauervolle Bild der Pein, die Gräber, bleiben Dir allein. * O Schmerz, mein liebster Freund, nicht länger weine! Du willst nicht Trost – ach, wundern kann's mich nicht! Denn hier mit ihnen hast dem Abendscheine Du zugeschaut, und alles war so licht Und friedlich still wie jetzt, doch schnell entwichen – Nun ist dein Hoffen tot, dein Haar erblichen; Dies trauervolle Bild der Pein, Die Gräber, bleiben dir allein. Percy Bysshe Shelley 1792-1822 *

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Volker Kreiling

* Der Feind Einen kenn ich, wir lieben ihn nicht- einen nenn ich, der die Schwerter zerbricht. Weh! sein Haupt steht in der Mitternacht, sein Fuß in dem Staub- vor ihm weht das Laub Zur dunkeln Erde hernieder. Ohne Erbarmen In den Armen trägt er die kindisch taumelnde Welt- Tod, so heißt er, und die Geister beben vor ihm, dem schrecklichen Held. Clemens Brentano 1778-1842 *

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Heinz Kubaile

* Sein oder Nichtsein, das ist hier die Frage: Ob's edler im Gemüt, die Pfeil' und Schleudern Des wütenden Geschicks erdulden, oder, Sich waffnend gegen eine See von Plagen, Durch Widerstand sie enden. Sterben – schlafen – Nichts weiter! – und zu wissen, daß ein Schlaf Das Herzweh und die tausend Stöße endet, Die unsers Fleisches Erbteil – 's ist ein Ziel, Aufs innigste zu wünschen. Sterben – schlafen – Schlafen! Vielleicht auch träumen! – Ja, da liegt's: Was in dem Schlaf für Träume kommen mögen, Wenn wir den Drang des Ird'schen abgeschüttelt, Das zwingt uns still zu stehn. Das ist die Rücksicht, Die Elend lässt zu hohen Jahren kommen. Denn wer ertrüg' der Zeiten Spott und Geißel, Des Mächt'gen Druck, des Stolzen Misshandlungen, Verschmähter Liebe Pein, des Rechtes Aufschub, Den Übermut der Ämter, und die Schmach, Die Unwert schweigendem Verdienst erweist, Wenn er sich selbst in Ruh'stand setzen könnte Mit einer Nadel bloß! Wer trüge Lasten, Und stöhnt' und schwitzte unter Lebensmüh'? Nur dass die Furcht vor etwas nach dem Tod – Das unentdeckte Land, von des Bezirk Kein Wandrer wiederkehrt – den Willen irrt, Dass wir die Übel, die wir haben, lieber Ertragen, als zu unbekannten fliehn. So macht Gewissen Feige aus uns allen; Der angebornen Farbe der Entschließung Wird des Gedankens Blässe angekränkelt; Und Unternehmungen voll Mark und Nachdruck, Durch diese Rücksicht aus der Bahn gelenkt, Verlieren so der Handlung Namen. William Shakespeare 1564-1616 *

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Ernst Masching

* Der Todesengel * Es gibt eine Sage, dass wenn plötzlich matt unheimlich Schaudern einen übergleite, Dass dann ob seiner künft'gen Grabesstatt der Todesengel schreite. * Ich hörte sie, und malte mir ein Bild Mit Trauerlocken, mondbeglänzter Stirne, So schaurig schön, wie es wohl zuweilen quillt Im schwimmenden Gehirne. * In seiner Hand sah ich den Ebenstab Mit leisem Strich des Bettes Lage messen,– so weit das Haupt–  so weit der Fuß– hinab! Verschüttet und vergessen! * Mich graute, doch ich sprach dem grauen Hohn, Ich hielt das Bild in Reimes Netz gefangen, Und frevelnd wagte ich aus der Totenkron' Ein Lorbeerblatt zu langen. * O, manche Stunde denke ich jetzt daran, Fühle ich mein Blut so matt und stockend schleichen, schaut aus dem Spiegel mich ein Antlitz an– ich mag es nicht vergleichen;– * Als ich zuerst Dich auf dem Friedhof fand, tiefsinnig um die Monumente streifend, den schwarzen Ebenstab in Deiner Hand entlang die Hügel schleifend, * Als Du das Auge hobst, so scharf und nah, ein leises Schaudern plötzlich mich befangen, O wohl, wohl ist der Todesengel da…. Über mein Grab gegangen! Annette von Droste-Hülshoff 1797-1848 *

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Michael Maurer

* Die Toten starben nicht. Es starb ihr Kleid. Ihr Leib zerfiel, es lebt ihr Geist und Wille. Vereinigt sind sie Dir zu jeder Zeit in Deiner Seele tiefer Tempelstille. In Dir und ihnen ruht ein einiges Reich, wo Tod und Leben Wechselworte tauschen. In ihm kannst Du, dem eigenen Denken gleich, den stillen Stimmen deiner Toten lauschen. Und reden kannst Du, wie Du einst getan, zu Deinen Toten lautlos Deine Worte. Unwandelbar ist unsres Geistes Bahn und ewig offen steht des Todes Pforte. Schlagt Brücken in euch zu der Toten Land, die Toten bauen mit euch am Bau der Erde. Geht wissend mit den Toten Hand in Hand, auf dass die ganze Welt vergeistigt werde. Manfred Kyber 1880- 1933 *

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Ernst-Udo Ochsendorf

* Auf welke Blüten musst Du schauen, auf Blätter, die der Wind verweht. Dem Tod, dem Tod musst Du vertrauen, dem Einzigen, der Dich hier versteht. Er führt Dich ein zu deinem Meister, er lehrt Dich, schlummermüd und sacht, den wachen Schlaf der ewigen Geister im Frieden der gestirnten Nacht. Bis lautlos ineinandergleitet in Deiner Seele Lust und Leid und er Dich segnend heimgeleitet zur Wiege aller Wesenheit. Manfred Kyber 1880- 1933 *

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Boris Özkara

* Abschied Wie war so schön die Zeit! Nun folgt der Lust das Leid, das böse Scheiden! Heißt’s auch: Auf Wiederseh’n!– Das Voneinandergeh’n, ich mag’s nicht leiden! Und erst die Eisenbahn, die sieht so falsch mich an, wie eine Schlange! Sie liegt so gleißend dort, und zieht Dich reißend fort, ach, für wie lange! Und kommst Du wieder doch, Sind wir dieselben noch, die heute scheiden?– Heißt es auch: Auf Wiedersehen! – Das Voneinandergehen, ich mag‘s nicht leiden! Albrecht Graf Wickenburg  1838- 1911 *

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Karl Peters

* Und wenn aus weiter Ferne, wie auf ein großes Grab, sanft flimmern die goldenen Sterne zur dunklen Erde herab,– und wenn es so still ist, so stille- rings durch den weiten Raum, und seiner Gaben Fülle- leise spendet der Traum: Dann ruhen wohl auf Erden Verzweiflung, Weh und Schmerz– Bald wird es Abend werden, – Sei still,  Du wildes Herz. * Johann Meyer 1829- 1904 *

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Marc Preuß

* Am dunklen Himmel ziehen viele  Wolken, schwarz und schwer, und in der Ferne glühen die Blitze über dem Meer. Ihr Haupt die Blüten legen- Die Welt so todesmüd' – Und leise tönt der Regen ein säuselnd Schlummerlied. Das klingt wie Grabesläuten – O Bild, so schaurig still, Dich kann allein nur deuten Ein Herz, das brechen will! * Johann Meyer 1829- 1904 *

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Nils Reising

* Es braust der Sturm, – der Wolken dunkles Heer Läßt rauschend seine Flut zur Erde fallen; die Blumen– ach, die Blumen sind nicht mehr! Bleich ist das Grün, und keine Lieder schallen. O, Herbstgefühl, das schaurig mich durchbebt! Bald schweigt das Herz, das doch so laut geschlagen- was heute fröhlich noch gelacht, gelebt, wird morgen oft schon still hinausgetragen. Wie Grün und Blüten welkt der Mensch dahin- Ein Kommen ist das Leben und ein Wandern. Die Stunden eilen– und die Jahre flieh'n – Und keiner ist, der wüßte von dem andern. Und keiner denket dessen mehr, der schied, vergessen ist er–  verstummt die Lieder- Der Sturmwind nur pfeift noch sein schaurig Lied, Und auf den Hügeln weint der Regen nieder. Johann Meyer 1829- 1904 *

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Alexander Schaposchnikov

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Zum letzten Strauß Die schönste Zeit, wir haben sie genossen, wo Liebe und Freude innig sich verbinden und jedem Herzen laut den Sieg verkünden, Sei es noch so fest, so felsenfest verschlossen. O, daß so früh, zum Leben kaum entsprossen, der süße Frühling wieder mußte schwinden! Die schönsten Blumen sind nicht mehr zu finden, im Traum ist uns die Rosenzeit verflossen. So mußte still sein junges, frisches Leben ins Grab der Frühling mit den Blumen senken und, uns entrückt, zum Himmel wieder schweben. So kann ich leider keine Rosen schenken, und hätte sie Dir so gerne doch gegeben, Dich bittend um ein freundlich Meingedenken. Johann Meyer 1829- 1904

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Silvio Schattmann

* In jedes Menschen Gesichte steht seine Geschichte, sein Hassen und Lieben deutlich geschrieben- * Sein innerstes Wesen, es tritt hier ans Licht – Doch nicht jeder kann es lesen, Verstehn jeder nicht. Friedrich von Bodenstedt 1819- 1892 *

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Peter Schleyer

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Ich … war … einmal

Oft weiß ich ganz genau:

Ich … war … einmal- Ich habe schon einmal all dies gesehn- Der Baum vor meinem Fenster rauschte mir ganz so wie jetzt vor tausend Jahren schon- All dieser Schmerz, all diese Lust ist nur ein Nochmals, Immerwieder, Spiegelung durch Raum und Zeit-
Wie sonderbar das ist: Ein Fließen, Sinken, Untertauchen und ein neu Empor im gleichen Strome:
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Ich
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Und immer wieder ich: Ich … war … einmal.

Otto Julius Bierbaum 1865- 1910 *

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Wolfgang Schöllermann

* Ach, was bleibt?- Ein kleiner Hügel, drüben mit dem leichten Flügel froh ein Sommerfalter fliegt und das Gras im Wind sich wiegt. Eine Weile Angedenken mag man wohl den Schläfer schenken- Bald weiß niemand, wer da liegt * Manche, die der Ruhm erhoben, hört man ein Jahrhundert lang, bis auch sie die Zeit verschlang. Die zum Höchsten einst erkoren- Ihr Gedächtnis ging verloren, wie ein Lied im Wind verklang. * Fern noch ragen mächtige Gipfel als der Menschheit stolze Wipfel Leuchtend aus dem Nebelmeer: Alexander und Homer. Aber jene Zeit wird kommen, da auch sie im Duft verschwommen Und es nennt sie keiner mehr. * Unterdes in ewigen Kreisen und in altgewohnten Gleisen ihre Bahn die Erde geht, achtlos, was auf ihr besteht. Achtlos auf der Menschheit Träume, wandelt sie durch Weltenräume, bis auch sie auch in Staub verweht. Rudolf Baumbach 1840- 1905 *

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Edmund Schulz

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Totentanz So sterben wir, so sterben wir. Wir sterben alle Tage, Weil es so gemütlich sich sterben läßt. Morgens noch in Schlaf und Traum Mittags schon dahin. Abends scho zuunterst im Grabe drin. Die Schlacht ist unser Freudenhaus. Von Blut ist unsere Sonne. Tod ist unser Zeichen und Losungswort. Weib und Kind verlassen wir – Was gehen sie uns an? Wenn man sich auf uns nur Verlassen kann. So morden wir, so morden wir. Wir morden alle Tage Unsre Kameraden im Totentanz. Bruder, reck dich auf vor mir, Bruder, deine Brust Bruder, der du fallen und sterben mußt. Wir murren nicht, wir knurren nicht, Wir schweigen alle Tage, Bis sich vom Gelenke das Hüftbein dreht. Hart ist unsere Lagerstatt Trocken unser Brot. Blutig und besudelt der liebe Gott. Wir danken dir, wir danken DIR, Herr Kaiser, für die Gnade, Dass DU uns zum Sterben erkoren hast. Schlafe nur, schlaf sanft und still, Bis dich auferweckt, Unser armer Leib, den der Rasen deckt. Hugo Ball 1886- 1927

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Sebastian Schulz

* Wo Worte fehlen, das Unbeschreibliche zu beschreiben, wo die Augen versagen, das Unabwendbare zu sehen, wo die Hände das Unbegreifliche nicht fassen können, bleibt einzig die Gewissheit, dass Du für immer in in unseren Herzen weiterleben wirst. *

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Wolfgang Seelecke

* Es weht der Wind ein Blatt vom Baum, von vielen Blättern eines. Das eine Blatt man merkt es kaum, denn eines ist ja keines. Doch dieses eine Blatt allein war Teil von unserem Leben. Drum wird dies eine Blatt allein uns immer wieder fehlen. *

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Andreas Siegrist

* Es weiß ja keiner, der es nicht erlebt wie es ist, wenn einer die Flügel hebt und leise, leise auf die letzte Reise sich macht. Es weiß ja keiner, dem es nicht geschah wie es ist, wenn einer nun nicht mehr da. Wenn leer die Stätte des, den man hätte so gern noch nah. *

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Erik Steffen

* Jetzt bleibt uns nichts von Dir als die Erinnerung an * Deine Augen * Dein Lächeln * Deine Hände * in den Herzen der Menschen die Dich lieben. *

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Walter Vay

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Auf den Flügeln der Zeit Fliegt die Traurigkeit dahin Jean de la Fontaine 1621- 1695

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Eik von Zehmen

* Ist des Lebens Band mit Schmerz gelöset, liegt der Körper ohne Blick, ohn Leben, fremde Liebe weint, und er geneset. Seine Liebe muß zum Himmel schweben, von dem trägen Leibe keusch entblößet, kann zu Gott der Engel sie erheben. Und er hält sie mit dem Arm umfasset, schwebet höher, bis das Grab erblasset. Ist er durchs Vergängliche gedrungen, kehrt die Seele in die Ewigkeit, Oh, so ist dem Tod genug gelungen, und er stürzet rückwärts in die Zeit. Um die Seele bleibet Wonn geschlungen, alles gibt sich ihr, die alles beut, wird zum ewgen Geben und Empfangen, kann des Wechsels Ende nie erlangen! Clemens Brentano 1778- 1842 *

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Peter Waibel

* Vergänglich ist das festeste im Leben- Was trauerst Du, dass Liebe auch vergeht? Lasse sie dahin ins Reich der Zeiten schweben, leicht, wie des Lenzes Blüthenhauch verweht. * Doch halte fest ihr Schattenbild im Herzen, segne dennoch freudig Dein Geschick, Schliesst auch sich eine Reihe bitterer Schmerzen An Deines Glückes kurzen Augenblick. * Du hast gelebt, denn Liebe nur ist Leben! Sie nur allein webt um den dunklen Traum, dem wir den Nahmen unsers Daseyns geben, der höchsten Wonne glanzerfüllten Saum. * So zürne nicht des Schicksals finstern Mächten, wenn sie des Lebens Sonne Dir entziehn. Nicht ewig lässt sie sich in unsre Bahn verflechten, ach, sei zufrieden, dass sie einst Dir schien. Charlotte von Ahlefeld 1777/1881?- 1849 *

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Alfred Walter

* Am dunklen Himmel ziehen viele  Wolken, schwarz und schwer, und in der Ferne glühen die Blitze über dem Meer. Ihr Haupt die Blüten legen- Die Welt so todesmüd' – Und leise tönt der Regen ein säuselnd Schlummerlied. Das klingt wie Grabesläuten – O Bild, so schaurig still, Dich kann allein nur deuten Ein Herz, das brechen will! Johann Meyer

Buch des Lebens

Hass, als Minus und vergebens, wird vom Leben abgeschrieben. Positiv im Buch des Lebens steht verzeichnet nur das Lieben. Ob ein Minus oder Plus uns verblieben, zeigt der Schluß Wilhelm Busch 1832- 1908 *

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Valevi Wiens

* In schlafberaubter stiller Nacht, Wenn Alles müde ruht, Steigt auf aus meiner Seele Schacht, Mit trotzig ungestümer Macht Der Qualgedanken Brut. * Es schwillt und quillt so heiß und rot Das Blut empor zur Stirn, Daß in des Denkens wilder Not Zu bersten, zu versagen droht Das müde Hirn. * Will ich des Lebens Kampf bestehn, mein Herz im Schmutz verdirbt….. * Nein – * ich will schlafen, * schlafen gehn, * Wenn kühl des Herbstes Winde wehn Und Alles ringsum stirbt. *

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Peter Wuhnsen

* Und meine Seele trat vor mich hin in kothbesudeltem Purpurgewande und sah mich an, todestraurig, mit schwimmenden Augen… * und klagend klangen die Worte: * siegt die Gemeinheit?- * Siegt die Not des Daseins? * Muss ich sterben? * Und ich nickte, * Langsam * Wortlos-ergeben, * Dreimal. Felix Dörmann 1870- 1928 *

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Stephan Zimmermann

* Mein letzter Weg Wenn ich gerufen werde, so muss ich gehen, auch wenn ich so gerne noch bleiben möchte. Wenn meine Zeit auf Erden vorbei ist und ich fort muss, dann gebt mich frei und lasst mich meinen letzten Weg gehen. * Diesen Weg, den jeder Mensch einmal gehen muss, jeder für sich und jeder alleine! Ich hoffe, dass ich mein Leben dann so gelebt habe, dass ich ihn erhobenen Hauptes gehen und am Ende des Weges gerade stehen kann! * Weint um mich wenn ihr denkt weinen zu müssen, aber lasst euch auch Raum um zu lächeln, immer dann wenn ihr an mich denkt. Bewahrt die schöne Zeit die wir miteinander hatten, wie einen kostbaren Schatz in euren Herzen. * Seid dankbar für die schönen Erinnerungen, die euch für immer bleiben werden. Erinnert euch gerne was für ein Mensch ich war und was ich für euch und ihr für mich ward. Denn auch ich werde die Erinnerung an euch mit hinüber nehmen und davon zehren bis auch ihr auf dem Weg geht und ich euch wieder sehe. * Meine Liebe bleibt bei euch zurück, denn das ist das was wirklich zählt und bleibt. Und eure Liebe wird mich begleiten auf dem Weg den ich nun gehen muss. Denn es ist nun Zeit, es ist meine Zeit zu gehen! Es ist nur eine kurze Zeit der Trennung. Darum weint nicht, mir geht es nun gut! Alle Schmerzen, alle Kränkungen, alle Demütigungen, die ich einmal erlitten habe, sind hinweg genommen und vergessen ,als seien sie nie gewesen. * Ich bin nicht weit weg, ich bin euch immer nah. Wenn ihr mich ruft ,werde ich euch hören und bei euch sein, auch wenn ihr mich nicht sehen oder berühren könnt. * Wenn ihr mich sucht, dann sucht mich in euren Herzen, denn dort bin ich noch und dort werde ich immer bleiben! *

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